Das Anforderungsprofil beschreibt, was eine Stelle verlangt. Es ist die Grundlage für Auswahl, Einsatz und Entwicklung von Mitarbeitern.
Dazu kommen Stellenplanung, Stellenbeschreibung und Funktionsbeschreibung. Sie legen fest, wer was tut und wofür er verantwortlich ist.
📘 Auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Prüfungsteil | Handlungsspezifische Qualifikation (HQ) |
| Handlungsbereich | Führung und Personal |
| Qualifikationsschwerpunkt | Personalführung |
| Thema | Anforderungsprofile, Stellenplanung, Stellen- und Funktionsbeschreibungen (Rahmenplan 7.3) |
| Prüfungsrelevanz | ⭐⭐⭐⭐ Hoch |
| Datengrundlage | DIHK-Rahmenplan und Auswertung der HQ-Prüfungen 2013 bis 2026 |
| Art der Prüfung | Konzeptaufgabe: Profil oder Stellenbeschreibung für eine Position erstellen |
| Lernziel laut Rahmenplan | Aufgabenanalyse durchführen, Profile erstellen, Stellen und Funktionen beschreiben |
| Empfohlene Lernpriorität | Hoch |
| Vertiefung | Lernmodul in der KVM-Akademie (nach Veröffentlichung verfügbar) |
Warum braucht der Meister Profile und Beschreibungen?
Ohne klare Aufgaben streiten Mitarbeiter über Zuständigkeiten, und bei der Auswahl fehlt der Maßstab. Eine gute Beschreibung schafft Klarheit.
Die Prüfung verlangt oft, ein Anforderungsprofil oder eine Stellenbeschreibung zu entwerfen, zum Beispiel für einen Wechselbrückenfahrer oder einen Disponenten.
Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans
Handlungsspezifische Qualifikation
└── Führung und Personal
└── 7 Personalführung
└── 7.3 Erstellen von Anforderungsprofilen, Stellenplanungen und -beschreibungen sowie Funktionsbeschreibungen
├── 7.3.1 Anforderungsprofile (Aufgabenanalyse, Rahmenbedingungen, Eignungsprofil)
├── 7.3.2 Stellenplanung und -beschreibung
├── 7.3.3 Funktionsbeschreibung
└── 7.3.4 und 7.3.5 Bedeutung von Stellen- und Funktionsbeschreibungen
Diese Seite deckt 7.3 ab.
Prüfungsrelevanz
⭐⭐⭐⭐ Hohe Prüfungsrelevanz
Die Auswertung stützt sich auf die Verweise auf die Prüfungsverordnung in den Lösungshinweisen. Der Abschnitt 11.3 wurde in 4 der 23 Prüfungsteile mit Nummernangabe vermerkt. Die Themenliste der Prüfungsfragen enthält zusätzlich ein Anforderungsprofil für den Wechselbrückenfahrer und eine Aufgabe zur Stellenbeschreibung.
Aufgaben zu diesem Thema verlangen zum Beispiel,
- ein Anforderungsprofil zu erstellen,
- eine Stellenbeschreibung zu entwerfen,
- Funktionsbeschreibung und Stellenbeschreibung zu unterscheiden,
- eine Stellenplanung zu begründen.
Was lernst du auf dieser Seite?
Nach dem Lesen dieser Seite kannst du:
- eine Aufgabenanalyse durchführen,
- Anforderungs- und Eignungsprofil trennen,
- eine Stellenbeschreibung aufbauen,
- Funktionsbeschreibungen einordnen,
- die Bedeutung für Personalplanung erklären.
Profile und Beschreibungen

Anforderungsprofil
Das Anforderungsprofil entsteht in drei Schritten:
- Aufgabenanalyse: Welche Aufgaben gehören zur Stelle? Wie sind sie aufgebaut, wie oft fallen sie an? Daten und Systeme (zum Beispiel Telematik) helfen.
- Rahmenbedingungen: Technik, Organisation, Umwelteinflüsse (Lärm, Wetter, Schichten) und Veränderungen.
- Anforderungen ableiten: fachliche und außerfachliche Qualifikationen.
Das Eignungsprofil (Fähigkeitsprofil) beschreibt dagegen, was ein Mensch mitbringt. Beide Profile werden verglichen.
Beispiel (angenommen): Wechselbrückenfahrer
| Anforderung | Stufe |
|---|---|
| Führerschein CE und Berufskraftfahrer-Qualifikation | Muss |
| Erfahrung mit Wechselbrücken | wünschenswert |
| Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit | Muss |
| Kundenkontakt, Dokumentation | notwendig |
| Belastbarkeit bei Zeitdruck | notwendig |
Für Führungskräfte kommen Führungs-, Methoden- und Sozialkompetenz hinzu. Der Meister braucht zudem Planung, Kommunikation und Verantwortung.
Stellenplanung
Die Stellenplanung legt fest, welche Stellen es gibt, wie viele und wie sie besetzt sind. Sie soll prozessorientiert (an Abläufen ausgerichtet) und zukunftsoffen (anpassbar an Veränderungen) sein. Sie berücksichtigt Technik, Auftragslage und Qualifikationen.
Stellenbeschreibung
Die Stellenbeschreibung hält die Aufgaben einer Stelle schriftlich fest. Sie enthält
- Bezeichnung und Einordnung (Abteilung, Vorgesetzter),
- Ziele der Stelle,
- Aufgaben und Kompetenzen,
- Vertretungsregelung,
- Anforderungen (Ausbildung, Erfahrung),
- Zusammenarbeit mit anderen Stellen.
Je nach Schwerpunkt heißt sie Arbeitsplatz-, Tätigkeits-, Aufgaben- oder Positionsbeschreibung.
Sie dient der Auswahl, der Einarbeitung, der Beurteilung, der Entgeltfindung und der Abgrenzung von Verantwortung. Wenn sich Arbeitsprozesse ändern, wird sie angepasst.
Funktionsbeschreibung
Die Funktionsbeschreibung beschreibt eine Funktion, die an mehreren Stellen vorkommt, zum Beispiel Disponent, Schichtleiter oder Sicherheitsbeauftragter. Sie ist nicht an eine Person gebunden. Es gibt sie in verschiedenen Ausrichtungen:
- ressourcenorientiert,
- leistungsorientiert,
- technikorientiert,
- führungsorientiert.
Sie hilft, die Stellenbesetzung zu verbessern, und unterstützt Nachfolgeplanung.
Typische Fehler
- Stelle statt Mensch: Das Profil beschreibt die Person, nicht die Aufgabe.
- Muss und Kann vermischt: Alle Kriterien erscheinen gleich wichtig.
- Veraltete Beschreibung: Technik und Aufgaben haben sich geändert.
- Stellen- und Funktionsbeschreibung verwechselt: Die Zuordnung zu Personen oder Funktionen fehlt.
- Kompetenz ohne Verantwortung: Aufgaben werden zugewiesen, aber nicht abgesichert.
Praxisbeispiel
Ein Betrieb schafft die Stelle eines Disponenten für Wechselbrücken.
- Analyse: Der Meister sammelt Aufgaben, Abläufe und Systeme.
- Profil: Er legt Muss- und Kann-Anforderungen fest.
- Beschreibung: Er verfasst Ziele, Aufgaben, Kompetenzen und Vertretung.
- Pflege: Er prüft die Beschreibung jährlich.
Typische Prüfungsfragen
In den IHK-Prüfungen können beispielsweise folgende Anforderungen auftreten:
- Erstellen Sie ein Anforderungsprofil für eine Fahrer- oder Disponentenstelle.
- Entwerfen Sie eine Stellenbeschreibung mit den wichtigsten Inhalten.
- Unterscheiden Sie Stellenbeschreibung und Funktionsbeschreibung.
- Nennen Sie die Bedeutung von Stellenbeschreibungen für den Personaleinsatz.
- Erläutern Sie prozessorientierte Stellenplanung.
Verwandte Themen
Das Anforderungsprofil verbindet Bedarf, Auswahl und Entwicklung.
Weitere Themen dieses Handlungsbereichs
- Personalbedarf und Personalplanung
- Personalauswahl und Personaleinsatz
- Delegation von Aufgaben
- Kommunikation und Kooperation im Betrieb
- Führungsstile und Führungsmethoden
- Konfliktmanagement
- Verbesserungsvorschläge und KVP
- Moderation und Projektgruppen
- Fremdpersonal und Leiharbeit
- Ziele der Personalentwicklung
- Potenzialeinschätzung und Mitarbeitergespräche
- Personalentwicklungsbedarf und Maßnahmen
- Erfolgskontrolle in der Personalentwicklung
- Mitarbeiterberatung und Coaching
Passt auch dazu
Rechtsgrundlage
Die Qualifikationsschwerpunkte der Handlungsspezifischen Qualifikation stehen in der Prüfungsverordnung, für Geprüfte Meister für Kraftverkehr zum Beispiel in § 5 Absatz 11.
Prüfungsverordnung Geprüfter Meister für Kraftverkehr, § 5 (Gesetze im Internet)
Fazit
Das Anforderungsprofil entsteht aus Aufgabenanalyse und Rahmenbedingungen. Stellen- und Funktionsbeschreibungen halten Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung schriftlich fest.
Für die Prüfung solltest du ein Profil entwerfen, eine Stellenbeschreibung aufbauen und die beiden Beschreibungsarten unterscheiden können.
