Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten in der Basisqualifikation
Der Prüfungsbereich Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten (NTG) gehört zur Basisqualifikation der Industriemeisterprüfung und stellt für viele Teilnehmer die größte Herausforderung dar.
Im Mittelpunkt stehen naturwissenschaftliche und technische Grundlagen, die Industriemeister benötigen, um technische Prozesse zu verstehen, Berechnungen durchzuführen und technische Zusammenhänge richtig zu beurteilen. Dazu gehören unter anderem mathematische Berechnungen, physikalische Gesetzmäßigkeiten sowie Grundlagen der Werkstofftechnik und Fertigungstechnik.
Die Inhalte orientieren sich am offiziellen DIHK-Rahmenlehrplan und vermitteln das notwendige Grundlagenwissen für die spätere Tätigkeit als Industriemeister. Auf dieser Seite erhältst du einen Überblick über die offiziellen Qualifikationsinhalte sowie deren Gewichtung in der schriftlichen Prüfung.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Thema | Information |
|---|---|
| Bestandteil | Basisqualifikation (BQ) |
| Gilt für | Nahezu alle Industriemeister-Fachrichtungen* |
| Prüfungsform | Schriftliche Prüfung |
| Prüfungsdauer | 90 Minuten |
| Punkte zum Bestehen | Mindestens 50 von 100 Punkten |
| Anzahl Qualifikationsinhalte | 6 |
| Grundlage | Prüfungsverordnung, DIHK-Rahmenlehrplan und DIHK-Strukturierung der schriftlichen Prüfung |
Hinweis: Bei einigen Industriemeister-Fachrichtungen gelten abweichende Regelungen. So werden beispielsweise beim Geprüften Industriemeister Kraftverkehr naturwissenschaftliche und technische Inhalte überwiegend im handlungsspezifischen Qualifikationsbereich Fuhrparktechnik und Fuhrparkmanagement geprüft.
Gewichtung der Qualifikationsinhalte
Die schriftliche Prüfung gliedert sich in sechs Qualifikationsinhalte. Die folgende Gewichtung basiert auf der offiziellen DIHK-Strukturierung der schriftlichen Industriemeisterprüfung.
| Qualifikationsinhalt | Gewichtung |
|---|---|
| Berücksichtigen der Auswirkungen naturwissenschaftlicher und technischer Gesetzmäßigkeiten auf Materialien, Maschinen und Prozesse sowie auf Mensch und Umwelt | 20 Punkte |
| Verwenden unterschiedlicher Energieformen im Betrieb sowie Beachten der damit zusammenhängenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt | 20 Punkte |
| Berechnen betriebs- und fertigungstechnischer Größen bei Belastungen und Bewegungen | 20 Punkte |
| Anwenden von statistischen Verfahren und Durchführen einfacher statistischer Berechnungen sowie ihre graphische Darstellung | 10 Punkte |
| Anwenden von Methoden der Zeitwirtschaft | 15 Punkte |
| Anwenden von qualitativen und quantitativen Methoden zur Planung von Betriebsmitteln | 15 Punkte |
Qualifikationsinhalte
Der DIHK-Rahmenlehrplan gliedert den Prüfungsbereich Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten in sechs Qualifikationsinhalte. Sie bilden die Grundlage der schriftlichen Prüfung und werden auf kraftverkehrsmeister.net jeweils ausführlich behandelt.
⚙️ Auswirkungen naturwissenschaftlicher und technischer Gesetzmäßigkeiten
Gewichtung: 20 Punkte
Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten bestimmen den Einsatz von Werkstoffen, Maschinen und Produktionsverfahren. In diesem Qualifikationsinhalt lernst du, diese Zusammenhänge zu erkennen und ihre Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und betriebliche Prozesse zu beurteilen.
➡️ Mehr über naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten erfahren
⚡ Energieformen im Betrieb
Gewichtung: 20 Punkte
Im Betrieb kommen unterschiedliche Energieformen zum Einsatz. Du beschäftigst dich mit deren Verwendung, Wirkungsweise sowie den Auswirkungen auf Wirtschaftlichkeit, Arbeitssicherheit und Umwelt.
➡️ Mehr über Energieformen im Betrieb erfahren
📐 Betriebs- und fertigungstechnische Berechnungen
Gewichtung: 20 Punkte
Dieser Qualifikationsinhalt umfasst mathematische und physikalische Berechnungen, beispielsweise zu Kräften, Bewegungen, Leistung oder Wirkungsgrad. Das sichere Anwenden und Umstellen von Formeln gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für diesen Prüfungsteil.
➡️ Mehr über betriebs- und fertigungstechnische Berechnungen erfahren
📊 Statistische Verfahren
Gewichtung: 10 Punkte
Statistische Verfahren helfen dabei, betriebliche Daten auszuwerten und Entscheidungen zu treffen. Dazu gehören einfache statistische Berechnungen sowie die Darstellung und Interpretation von Diagrammen und Kennzahlen.
➡️ Mehr über statistische Verfahren erfahren
⏱ Methoden der Zeitwirtschaft
Gewichtung: 15 Punkte
Die Zeitwirtschaft unterstützt Unternehmen dabei, Arbeitsabläufe zu planen und zu optimieren. Du lernst verschiedene Verfahren kennen, mit denen Arbeitszeiten ermittelt und bewertet werden.
➡️ Mehr über Methoden der Zeitwirtschaft erfahren
🏭 Planung von Betriebsmitteln
Gewichtung: 15 Punkte
Für einen wirtschaftlichen Produktionsablauf müssen Betriebsmittel richtig geplant und eingesetzt werden. Dieser Qualifikationsinhalt behandelt qualitative und quantitative Methoden zur Planung von Maschinen, Anlagen und weiteren Betriebsmitteln.
➡️ Mehr über die Planung von Betriebsmitteln erfahren
⚠️ Typische Fehler in der Prüfung
Die Anforderungen unterschätzen
Viele Teilnehmer gehen mit der Einstellung in die NTG-Prüfung, dass sich die Aufgaben schon irgendwie lösen lassen. Tatsächlich gilt Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten (NTG) jedoch als der anspruchsvollste Prüfungsbereich der Basisqualifikation.
Die Aufgaben erfordern nicht nur Fachwissen, sondern auch mathematische Grundlagen, technisches Verständnis und einen sicheren Umgang mit Formeln. Wer sich ausschließlich auf Auswendiglernen verlässt, stößt in der Prüfung schnell an seine Grenzen.
Zeitmanagement
Auch in NTG verlieren viele Teilnehmer unnötig Punkte durch ein schlechtes Zeitmanagement.
Gerade bei umfangreicheren Rechenaufgaben wird häufig zu viel Zeit in eine einzelne Aufgabe investiert. Dadurch fehlen am Ende wichtige Minuten für weitere Aufgaben, die oft deutlich einfacher gewesen wären.
Für die Bearbeitung stehen dir 90 Minuten zur Verfügung. Plane deine Zeit so ein, dass du möglichst alle Aufgaben bearbeiten kannst.
Formeln suchen und umstellen
Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, lange nach der passenden Formel zu suchen oder Formeln nicht korrekt umstellen zu können.
Dabei scheitern viele Aufgaben nicht an der eigentlichen Berechnung, sondern bereits daran, die richtige Formel auszuwählen oder nach der gesuchten Größe umzuformen.
Wer die wichtigsten Formeln sicher anwenden und umstellen kann, verschafft sich in der Prüfung einen deutlichen Vorteil.
💡 Tipp aus der Prüfungspraxis
Bevor du mit einer Rechenaufgabe beginnst, solltest du dir zunächst einen kurzen Überblick verschaffen.
Notiere dir beispielsweise:
- Gegeben: Welche Werte sind bekannt?
- Gesucht: Welche Größe soll berechnet werden?
Erst danach wählst du die passende Formel aus und beginnst mit der Berechnung.
Außerdem solltest du vor der Prüfung besonders auf folgende Punkte achten:
- Übe regelmäßig das Umstellen von Formeln.
- Lerne den sicheren Umgang mit deinem Taschenrechner.
- Kontrolliere immer die Einheiten.
Gerade bei Einheiten passieren immer wieder vermeidbare Fehler. Achte beispielsweise darauf, ob Angaben in:
- Meter oder Zentimeter
- Kilogramm oder Gramm
- Kilowatt oder Watt
- Minuten oder Sekunden
vorliegen. Werden Einheiten vor der Berechnung nicht korrekt umgerechnet, ist das Ergebnis trotz richtigem Rechenweg häufig falsch.
