Fahrtenschreiber und Kontrollgeräte

Fahrtenschreiber und Kontrollgeräte machen sichtbar, wie ein Fahrzeug und sein Fahrer eingesetzt werden. Sie zeichnen Lenkzeiten, Pausen, Ruhezeiten und Geschwindigkeit auf. Der Meister muss sicherstellen, dass diese Geräte funktionieren, geprüft sind und richtig genutzt werden.

Im Rahmenplan stehen der Fahrtenschreiber, sonstige Kontrollgeräte, der Geschwindigkeitsbegrenzer und die On-Board-Diagnose in einem Abschnitt. Die IHK verbindet das Thema oft mit den Lenk- und Ruhezeiten und mit Fragen zu Pflichten des Unternehmers.


📘 Auf einen Blick

MerkmalInformation
PrüfungsteilHandlungsspezifische Qualifikation (HQ)
HandlungsbereichFuhrparktechnik und Fuhrparkmanagement
QualifikationsschwerpunktFuhrparktechnik
ThemaGesetzlich vorgeschriebene Kontrollgeräte einsetzen und ihre Funktion gewährleisten (Rahmenplan 1.2.1)
Prüfungsrelevanz⭐⭐⭐⭐ Hoch
DatengrundlageDIHK-Rahmenplan und Auswertung der HQ-Prüfungen 2013 bis 2026
Art der PrüfungGeräte und Karten beschreiben, Fristen nennen, Lenk- und Ruhezeiten anwenden
Lernziel laut RahmenplanFahrtenschreiber, Kontrollgeräte, Geschwindigkeitsbegrenzer und Diagnosesysteme einsetzen und ihre Funktion gewährleisten
Empfohlene LernprioritätHoch
VertiefungLernmodul in der KVM-Akademie (nach Veröffentlichung verfügbar)

Warum sind Fahrtenschreiber und Kontrollgeräte wichtig?

Die Aufzeichnungen sind das wichtigste Beweismittel bei Kontrollen. Fehlen Daten oder sind Geräte manipuliert, drohen hohe Bußgelder für Fahrer und Unternehmen, im Wiederholungsfall bis zum Entzug der Zuverlässigkeit.

Der Fahrtenschreiber dient auch der Verkehrssicherheit. Er soll Übermüdung verhindern und fairen Wettbewerb sichern. Der Meister muss die Technik kennen, damit er Fahrer unterweisen, Daten auswerten und Verstöße vermeiden kann.

Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans

Handlungsspezifische Qualifikation
└── Fuhrparktechnik und Fuhrparkmanagement
└── 1 Fuhrparktechnik
└── 1.2 Funktionsfähigkeit von Kontrollgeräten und Systemen
└── 1.2.1 Gesetzlich vorgeschriebene Kontrollgeräte
├── 1.2.1.1 Fahrtenschreiber und Kontrollgeräte
├── 1.2.1.2 Sonstige Kontrollgeräte
├── 1.2.1.3 Geschwindigkeitsbegrenzer
└── 1.2.1.4 On-Board-Diagnosesysteme

Diese Seite deckt 1.2.1 ab. Die Datenerfassung im Betrieb, Telematik und die Fahrerassistenzsysteme folgen auf der Seite zu den Assistenz- und Informationssystemen.

Prüfungsrelevanz

⭐⭐⭐⭐ Hohe Prüfungsrelevanz

Der Abschnitt 1.2 wurde in 5 der 23 Prüfungsteile mit Nummernverweis vermerkt. Das Thema taucht mit Fahrtenschreiber und Lenk- und Ruhezeiten auch in Aufgaben zum Fuhrparkmanagement auf, sodass es in der Praxis häufiger gefragt wird, als die Zählung zeigt.

In den Prüfungen wurde zum Beispiel verlangt,

  • Aufgaben und Aufzeichnungen des Fahrtenschreibers zu beschreiben,
  • Fristen für das Auslesen und Aufbewahren der Daten zu nennen,
  • Lenk- und Ruhezeiten anzuwenden und Verstöße zu erkennen,
  • Pflichten des Unternehmers bei Kontrollgeräten zu nennen.

Zur Prüfungsanalyse HQ

Was lernst du auf dieser Seite?

Nach dem Lesen dieser Seite kannst du:

  • Aufbau und Aufgaben des digitalen Fahrtenschreibers beschreiben,
  • die vier Kartenarten unterscheiden,
  • Fristen für Auslesen und Aufbewahrung nennen,
  • die wichtigsten Lenk- und Ruhezeiten anwenden,
  • den Geschwindigkeitsbegrenzer einordnen,
  • sonstige Kontrollgeräte und die Fahrzeugdiagnose nennen.

Der digitale Fahrtenschreiber

Fahrzeuge zur Güterbeförderung über 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse und Omnibusse müssen mit einem Fahrtenschreiber ausgerüstet sein, sofern keine Ausnahme gilt. Heute ist das ein digitales Gerät. Neuere Fahrzeuge haben den intelligenten Fahrtenschreiber der zweiten Generation mit Satellitenortung.

Er besteht aus diesen Teilen:

TeilAufgabe
FahrzeugeinheitSpeichert Daten im Massenspeicher und steuert die Geräte
BewegungssensorMeldet Fahrzeugbewegung und Geschwindigkeit
FahrerkarteIdentifiziert den Fahrer und speichert seine Daten
Anzeige und DruckerZeigt Zeiten an und druckt Auszüge

Aufgezeichnet werden Lenkzeit, andere Arbeit, Bereitschaft, Pausen und Ruhezeit des Fahrers sowie Geschwindigkeit und Wegstrecke des Fahrzeugs.

Die vier Kartenarten

KarteWer nutzt sieWofür
FahrerkarteFahrerDaten des Fahrers aufzeichnen, Nachweis bei Kontrollen
UnternehmenskarteUnternehmerFahrzeugdaten auslesen und Daten sperren
WerkstattkarteWerkstattGerät einbauen, kalibrieren, prüfen
KontrollkarteKontrollbehördeDaten bei Kontrollen auslesen

Fristen und Pflichten des Unternehmers

Der Unternehmer ist dafür verantwortlich, dass die Daten rechtzeitig ausgelesen und aufbewahrt werden. Das gilt auch dann, wenn der Fahrer die Karte hat. Er organisiert deshalb feste Abläufe, unterweist die Fahrer und kontrolliert die Auswertung.

Die Fahrzeugeinheit wird regelmäßig durch eine anerkannte Werkstatt geprüft, in der Regel alle zwei Jahre. Dabei wird auch der Geschwindigkeitsbegrenzer kontrolliert.

Lenk- und Ruhezeiten

Die Aufzeichnungen sind nur nützlich, wenn du die Regeln kennst, nach denen sie beurteilt werden. Die wichtigsten Werte:

RegelWert
Tägliche Lenkzeithöchstens 9 Stunden, zweimal pro Woche bis 10 Stunden
Wöchentliche Lenkzeithöchstens 56 Stunden
Lenkzeit in zwei Wochenhöchstens 90 Stunden
Unterbrechungnach 4,5 Stunden Lenkzeit mindestens 45 Minuten
Tägliche Ruhezeitmindestens 11 Stunden, dreimal zwischen zwei Wochenruhezeiten auf 9 Stunden verkürzbar
Wöchentliche Ruhezeitmindestens 45 Stunden, verkürzt mindestens 24 Stunden mit Ausgleich

Die Unterbrechung darf in zwei Teile geteilt werden, zuerst mindestens 15, dann mindestens 30 Minuten. Der Meister prüft Auswertungen auf Verstöße, spricht sie mit den Fahrern an und plant Touren so, dass die Zeiten eingehalten werden können.

Geschwindigkeitsbegrenzer

Ein Geschwindigkeitsbegrenzer verhindert, dass ein Fahrzeug eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit überschreitet. Für Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen gilt 90 km/h, für Omnibusse 100 km/h. Er wird bei der wiederkehrenden Prüfung des Fahrtenschreibers kontrolliert, und eine Manipulation ist verboten.

Sonstige Kontrollgeräte und On-Board-Diagnose

  • Temperaturschreiber: Bei temperaturgeführten Transporten zeichnen sie die Temperatur der Ladung auf. Sie sind der Nachweis, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wurde.
  • Mautgeräte: Sie erfassen gefahrene Strecken. Sie sind kein Kontrollgerät im engeren Sinn, werden aber im Fuhrpark wie eines überwacht.
  • On-Board-Diagnose (OBD): Das System überwacht Motor und Abgasanlage und speichert Fehler. Der Meister liest sie bei Störungen und Wartungen aus, sie dient der Prüfung der Abgasanlage.

Typische Fehler

  • Fristen verwechselt: 28 Tage für die Fahrerkarte und 90 Tage für die Fahrzeugeinheit werden vertauscht.
  • Falsche Zeiten angewendet: Die verkürzte Ruhezeit wird zu oft genutzt, oder die Unterbrechung wird falsch geteilt.
  • Pflichten verwechselt: Der Unternehmer verweist auf den Fahrer, obwohl er für Organisation und Kontrolle verantwortlich ist.
  • Karten verwechselt: Unternehmens- und Fahrerkarte werden nicht auseinandergehalten.

Praxisbeispiel

Ein Fahrer ist am Montag 5 Stunden und 10 Minuten gefahren und hatte zwischendurch 30 Minuten Pause.

  • Prüfung: Nach 4,5 Stunden Lenkzeit ist eine Unterbrechung von 45 Minuten nötig. Die 30 Minuten allein reichen nicht, wenn nicht vorher 15 Minuten eingelegt wurden.
  • Auswertung: Der Meister sieht im Auswertetool, dass vor der Pause keine 15-Minuten-Unterbrechung lag. Das ist ein Verstoß.
  • Maßnahme: Er spricht den Fahrer an, ändert die Tourenplanung und dokumentiert das Gespräch.

Typische Prüfungsfragen

In den IHK-Prüfungen können beispielsweise folgende Anforderungen auftreten:

  • Beschreiben Sie, welche Daten ein digitaler Fahrtenschreiber aufzeichnet.
  • Nennen Sie die vier Kartenarten und ihre Nutzer.
  • Nennen Sie die Fristen für das Auslesen von Fahrerkarte und Fahrzeugeinheit.
  • Beurteilen Sie den Fahrtverlauf nach den Regeln für Lenk- und Ruhezeiten.
  • Nennen Sie Pflichten des Unternehmers bei Fahrtenschreibern.
  • Erläutern Sie die Aufgabe des Geschwindigkeitsbegrenzers.
  • Beschreiben Sie den Nutzen der On-Board-Diagnose.

Verwandte Themen

Fahrtenschreiber und Kontrollgeräte gehören zur Fuhrparktechnik.

Fuhrparktechnik

Weitere Themen dieses Qualifikationsschwerpunkts

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Rechtsgrundlage

Die Qualifikationsschwerpunkte der Handlungsspezifischen Qualifikation stehen in der Prüfungsverordnung, für Geprüfte Meister für Kraftverkehr zum Beispiel in § 5 Absatz 3.

Prüfungsverordnung Geprüfter Meister für Kraftverkehr, § 5 (Gesetze im Internet)

Fazit

Der Fahrtenschreiber ist das zentrale Kontrollgerät im Güter- und Personenverkehr. Er zeichnet Zeiten und Geschwindigkeit auf, braucht die richtigen Karten und regelmäßige Prüfung und muss rechtzeitig ausgelesen werden.

Für die Prüfung solltest du die Kartenarten und Fristen nennen, Lenk- und Ruhezeiten anwenden und die Pflichten des Unternehmers beschreiben können.