Der Break-even-Point bezeichnet die Gewinnschwelle. An diesem Punkt entsprechen die Erlöse den Gesamtkosten. Das Betriebsergebnis ist null: Es entsteht weder Gewinn noch Verlust.
Für die IHK solltest du die erforderliche Absatzmenge zur Kostendeckung bestimmen und erkennen können, wie Preis, variable Kosten und Fixkosten die Gewinnschwelle beeinflussen.
📘 Auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Prüfungsteil | Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen |
| Prüfungsbereich | Betriebswirtschaftliches Handeln (BWH) |
| Themengebiet | Kostenrechnung und Kalkulationsverfahren |
| Übergeordnetes Thema | Kostenrechnung und betriebliche Entscheidungen |
| Thema | Break-even-Point |
| Leitfrage | Welche Absatzmenge ist erforderlich, um die gesamten Kosten zu decken? |
| IHK-Anforderung | Bestimmung der Gewinnschwelle im Rahmen der Deckungsbeitragsrechnung beherrschen |
| Prüfungsrelevanz | ★★★★★ – 31 / 37 Prüfungstermine; Kategorie: Break-even-Analyse |
| Typische Anforderungen | Gewinnschwellenmenge und Break-even-Beschäftigungsgrad bestimmen sowie Ergebnisse einordnen |
| Empfohlene Lernpriorität | Auf Deckungsbeitrag und Kostenverhalten aufbauen |
| Vertiefung | ➡️ Lernbereich in der KVM-Akademie |
🏭 Warum ist der Break-even-Point wichtig?
Ein positiver Stückdeckungsbeitrag allein reicht für ein positives Betriebsergebnis nicht aus. Es müssen genügend Einheiten verkauft werden, damit der gesamte Deckungsbeitrag die Fixkosten deckt.
Die Gewinnschwelle zeigt diese erforderliche Menge. Sie unterstützt die Beurteilung, ob die Kostendeckung unter den angenommenen Bedingungen mit der vorhandenen Kapazität und einem realistischen Absatz erreichbar ist.
Stückdeckungsbeitrag bestimmen → Fixkostendeckung berechnen → erforderliche Absatzmenge beurteilen
📘 Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans
Der Rahmenlehrplan nennt unter 2.5.10 Grundzüge der Deckungsbeitragsrechnung neben Stück- und Periodenrechnung im Einproduktunternehmen die Bestimmung der Gewinnschwelle. Die geforderte Anwendungstiefe lautet beherrschen.
Die grafische Betrachtung knüpft an die Zusammenhänge zwischen Erlösen, Kosten und Beschäftigungsgrad unter 2.5.9 an.
Basisqualifikation
└── Betriebswirtschaftliches Handeln
└── Kostenrechnung und Kalkulationsverfahren
└── Kostenrechnung und betriebliche Entscheidungen
├── Deckungsbeitragsrechnung
└── Break-even-Point
🔎 Prüfungsrelevanz
★★★★★ – historische Häufigkeit der Auswertungskategorie „Break-even-Analyse“
Die Kategorie ist in 31 von 37 Prüfungsterminen (83,8 %) von Frühjahr 2008 bis Frühjahr 2026 erfasst. Die Sterne folgen den auf der Prüfungsanalyse veröffentlichten Häufigkeitsgrenzen. Bei einer zusammengefassten Kategorie gilt die Bewertung für deren gesamten genannten Inhalt, nicht für jede einzelne Unterform.
| Originalprüfung | Fundstelle | Punkte im Aufgabenblock |
|---|---|---|
| Frühjahr 2026 | Aufgabe 6 | 15 |
| Frühjahr 2026 | Aufgabe 7 | 11 |
Die angegebenen Punkte beziehen sich auf den gesamten Aufgabenblock. Dieser kann weitere Themen enthalten. Sie sind daher keine feste oder ausschließlich diesem Thema zugeordnete Punktegewichtung.
Vergangene Prüfungen sind keine Vorhersage künftiger Aufgaben. Maßgeblich bleibt der gesamte Rahmenlehrplan.
➡️ Zur Prüfungsanalyse Betriebswirtschaftliches Handeln
🎯 Darauf kommt es bei der IHK an
- Stückerlös, variable Stückkosten und Fixkosten unterscheiden,
- den Stückdeckungsbeitrag berechnen,
- die Gewinnschwellenmenge ermitteln,
- Gewinnschwellenmenge und Gewinnschwellenumsatz unterscheiden,
- den erforderlichen Beschäftigungsgrad auf die passende Kapazität beziehen,
- Ergebnisse mit Kapazität und Absatzmöglichkeiten vergleichen,
- Kosten- und Erlösgeraden im Diagramm richtig zuordnen,
- die Voraussetzungen des linearen Modells beachten.
📝 Typische Aufgabenstellungen
Aus dem Rahmenlehrplan und dem dokumentierten Prüfungsbeispiel ergeben sich insbesondere folgende Aufgabenformen:
- Ermitteln Sie die Absatzmenge an der Gewinnschwelle.
- Berechnen Sie den Break-even-Umsatz.
- Bestimmen Sie den Break-even-Beschäftigungsgrad.
- Ermitteln Sie den erforderlichen Stückdeckungsbeitrag bei einer vorgegebenen Gewinnschwelle.
- Erläutern Sie die Auswirkungen veränderter Preise, variabler Kosten oder Fixkosten.
- Stellen Sie die Gewinnschwelle grafisch dar und beurteilen Sie ihre Erreichbarkeit.
Die Ermittlung eines erforderlichen Stückdeckungsbeitrags bei vorgegebenem Break-even-Beschäftigungsgrad ist durch das genannte Prüfungsbeispiel belegt. Die übrigen Formulierungen dienen der Orientierung am Rahmenlehrplan.
🧩 Wie wird die Gewinnschwelle ermittelt?
Grundbedingung
Erlöse = Gesamtkosten
Gesamter Deckungsbeitrag = Fixkosten
Betriebsergebnis = 0
Gewinnschwellenmenge
Stückdeckungsbeitrag = Stückerlös − variable Stückkosten
Gewinnschwellenmenge = fixe Gesamtkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag
Die Formel setzt einen positiven Stückdeckungsbeitrag voraus. Bei positiven Fixkosten und einem Stückdeckungsbeitrag von null oder weniger ist im einfachen Modell durch zusätzlichen Absatz keine Kostendeckung erreichbar.
Sind nur ganze Einheiten verkäuflich, wird eine nicht ganzzahlige Gewinnschwellenmenge für die erforderliche Mindestabsatzmenge aufgerundet. Der rechnerische Schnittpunkt kann zwischen zwei Stückzahlen liegen.
Umsatz und Beschäftigungsgrad an der Gewinnschwelle
| Größe | Berechnung |
|---|---|
| Gewinnschwellenumsatz | Gewinnschwellenmenge × konstanter Stückerlös |
| Break-even-Beschäftigungsgrad in % | Gewinnschwellenmenge ÷ verfügbare Kapazitätsmenge × 100 |
| Erforderlicher Stückdeckungsbeitrag bei einer vorgegebenen Menge | Fixkosten ÷ vorgegebene Absatzmenge |
Fixkosten, Mengen und Kapazität müssen denselben Zeitraum betreffen. Der Beschäftigungsgrad setzt voraus, dass Absatzmenge und Kapazitätsgröße sachgerecht vergleichbar sind.
Grafische Darstellung
| Element | Bedeutung im linearen Modell |
|---|---|
| Waagerechte Achse | Absatzmenge beziehungsweise Leistungseinheiten |
| Senkrechte Achse | Erlöse und Kosten in Euro |
| Erlösgerade | Beginnt im Ursprung; Steigung entspricht dem konstanten Stückerlös |
| Gesamtkostengerade | Beginnt bei den Fixkosten; Steigung entspricht den konstanten variablen Stückkosten |
| Schnittpunkt | Erlöse und Gesamtkosten sind gleich: Break-even-Point |
| Unterhalb der Gewinnschwellenmenge | Verlustzone bei den angenommenen Bedingungen |
| Oberhalb der Gewinnschwellenmenge | Gewinnzone bei den angenommenen Bedingungen |
Veränderungen der Gewinnschwelle
| Veränderung bei sonst unveränderten Bedingungen | Auswirkung |
|---|---|
| Höhere Fixkosten | Gewinnschwellenmenge steigt |
| Niedrigere Fixkosten | Gewinnschwellenmenge sinkt |
| Höherer Stückerlös | Stückdeckungsbeitrag steigt; Gewinnschwellenmenge sinkt |
| Höhere variable Stückkosten | Stückdeckungsbeitrag sinkt; Gewinnschwellenmenge steigt |
Diese Aussagen gelten im betrachteten Modell. Veränderte Preise können beispielsweise den möglichen Absatz beeinflussen; eine niedrigere rechnerische Gewinnschwelle garantiert deshalb keinen höheren tatsächlichen Gewinn.
⚠️ Prüfungsrelevante Abgrenzungen
| Abgrenzung | Worauf du achten solltest |
|---|---|
| Gewinnschwelle und Gewinn | An der Gewinnschwelle ist das Ergebnis null, noch kein positiver Gewinn. |
| Gewinnschwellenmenge und Gewinnschwellenumsatz | Die Menge wird in Einheiten angegeben; der Umsatz in Euro. |
| Stückdeckungsbeitrag und Stückgewinn | Vom gesamten Deckungsbeitrag müssen noch Fixkosten abgezogen werden. |
| Absatzmenge und Produktionsmenge | Kostendeckung über Erlöse setzt den Absatz der zugehörigen Leistungen voraus. |
| Gewinnschwelle und Kapazitätsgrenze | Eine erforderliche Menge oberhalb der Kapazität ist unter den gegebenen Bedingungen nicht erreichbar. |
| Rechnerische Menge und tatsächlicher Absatz | Eine berechnete Menge ist keine Absatzprognose. |
| Lineares Modell und reale Kostenverläufe | Preisänderungen, variable Kostenverläufe und Fixkostensprünge können die vereinfachte Rechnung begrenzen. |
🔗 Zusammenhänge mit anderen Themen
Der Break-even-Point baut unmittelbar auf der Deckungsbeitragsrechnung auf. Der Stückdeckungsbeitrag bestimmt, wie viele Einheiten zur Deckung der Fixkosten benötigt werden.
Beschäftigungsgrad und Kostenverhalten ergänzen die Betrachtung um Auslastung und Kostenstruktur. Budgetierung kann die angestrebte Absatzmenge und die Kostenannahmen in eine betriebliche Planung überführen.
🧭 Verwandte Themen
Übergeordnetes Thema:
➡️ Kostenrechnung und betriebliche Entscheidungen
Weitere Themen auf derselben Ebene:
➡️ Beschäftigungsgrad und Kostenverhalten
➡️ Budgetierung und Budgetkontrolle
➡️ Deckungsbeitragsrechnung
➡️ Statische Investitionsrechnung
➡️ Voll- und Teilkostenrechnung
Grundlagen:
➡️ Fixe und variable Kosten
➡️ Leistungs- und Kostendaten
🎓 Thema vertiefen
kraftverkehrsmeister.net → wissen, was von der IHK verlangt wird
KVM-Akademie → verstehen, anwenden und trainieren
Vertiefe die Berechnung und grafische Darstellung der Gewinnschwelle sowie die Auswertung veränderter Ausgangsdaten anhand von Beispielen und Übungsaufgaben in der KVM-Akademie.
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📌 Fazit
Am Break-even-Point decken die Erlöse die Gesamtkosten. Die Gewinnschwellenmenge ergibt sich im einfachen Einproduktmodell aus Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag.
Für die IHK solltest du Menge, Umsatz und Beschäftigungsgrad an der Gewinnschwelle unterscheiden und das Ergebnis unter Berücksichtigung von Kapazität, Absatz und Modellannahmen beurteilen können.
📚 Quellen
DIHK-Rahmenlehrplan für die fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen, insbesondere Abschnitte 2.5.9 und 2.5.10.
DIHK-Textband Betriebswirtschaftliches Handeln, Band 2, 2021, Kapitel 5.10.2–5.10.4; dokumentierter Auszug aus der Herbstprüfung 2016, Aufgabe 7.
