Lohnarten

Die Lohnarten legen fest, nach welchem Grundprinzip die Arbeitsleistung eines Beschäftigten vergütet wird. Für die IHK-Prüfung ist insbesondere wichtig, die verschiedenen Lohnarten voneinander unterscheiden und einer betrieblichen Situation zuordnen zu können.

Im Rahmenlehrplan werden die Lohnarten ausdrücklich als Bestandteil der Formen der Entgeltfindung genannt. Der DIHK-Textband unterscheidet dabei insbesondere Zeitlohn, Akkordlohn und Prämienlohn.


📘 Auf einen Blick

MerkmalInformation
PrüfungsteilFachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen
PrüfungsbereichBetriebswirtschaftliches Handeln
ThemengebietFormen der Entgeltfindung
ThemaLohnarten
RahmenlehrplanFormen der Entgeltfindung – Lohnarten
Prüfungsrelevanz⭐⭐⭐⭐ Hoch
DatengrundlageRahmenlehrplan, Text-/Übungsbände und ausgewertete Originalprüfungen
Prüfungscharakterverständnis-, situations- und rechenbezogen
Empfohlene Lernprioritäthoch
Vertiefung➡️ Lernbereich in der KVM-Akademie

Für den gesamten Qualifikationsinhalt Entgeltfindung und kontinuierlicher Verbesserungsprozess nennt die IHK-Strukturierung einen Richtwert von etwa 5 Punkten. Einzelne Aufgaben zu einer Lohnart können jedoch deutlich umfangreicher ausfallen.


🏭 Warum sind Lohnarten wichtig?

Nicht jede Tätigkeit eignet sich für dieselbe Form der Vergütung.

Je nach Tätigkeit kann beispielsweise die geleistete Arbeitszeit, die produzierte Menge oder das Erreichen bestimmter Leistungsziele für die Entlohnung entscheidend sein.

Die Wahl einer geeigneten Lohnart kann unter anderem Auswirkungen haben auf:

  • Leistungsanreize,
  • Produktivität,
  • Qualität,
  • Personalkosten,
  • Belastung der Beschäftigten und
  • Planbarkeit der Entgeltkosten.

Für Industriemeister ist deshalb nicht nur die Bezeichnung einer Lohnart wichtig. Sie müssen auch erkennen können, unter welchen betrieblichen Bedingungen eine bestimmte Lohnart sinnvoll eingesetzt werden kann.


📘 Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans

Die Lohnarten gehören innerhalb des Betriebswirtschaftlichen Handelns zu den Formen der Entgeltfindung:

Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen
└── Betriebswirtschaftliches Handeln
└── Entgeltfindung und kontinuierliche betriebliche Verbesserung
└── Formen der Entgeltfindung
├── Entgeltdifferenzierung
└── Lohnarten
├── Zeitlohn
├── Akkordlohn
└── Prämienlohn

Der Rahmenlehrplan verlangt das Verständnis der Formen der Entgeltfindung einschließlich der Lohnarten.


🔎 Prüfungsrelevanz

⭐⭐⭐⭐ Hohe Prüfungsrelevanz

Die Lohnarten sind nicht nur theoretischer Prüfungsstoff. Sie können auch Grundlage umfangreicher Anwendungs- und Rechenaufgaben sein.

Ein besonders deutliches Beispiel liefert die Prüfung Frühjahr 2021. Dort sollte für einen Mitarbeiter zunächst der Stundenverdienst bei einem vorgegebenen Zeitgrad berechnet werden. Anschließend war aus einem vorgegebenen Stundenverdienst der Zeitgrad zu bestimmen.

Zusätzlich mussten Voraussetzungen genannt werden, die bei der Einführung der Akkordentlohnung erfüllt sein müssen.

Die Aufgabe umfasste insgesamt 15 Punkte und war ausdrücklich dem Qualifikationsinhalt nach § 4 Abs. 3 Nr. 4 zugeordnet.

Das zeigt einen wichtigen Prüfungscharakter:
Lohnart verstehen → betriebliche Voraussetzungen erkennen → Rechengrößen richtig anwenden

➡️ Zur Prüfungsanalyse Betriebswirtschaftliches Handeln


🎯 Darauf kommt es bei der IHK an

Bei den Lohnarten solltest du insbesondere:

  • Zeitlohn, Akkordlohn und Prämienlohn unterscheiden,
  • das jeweilige Grundprinzip der Vergütung erkennen,
  • geeignete Einsatzbereiche einordnen,
  • Voraussetzungen für leistungsabhängige Entgeltformen kennen,
  • mögliche Auswirkungen auf Beschäftigte und Unternehmen beurteilen und
  • erforderliche Berechnungen bei leistungsbezogenen Lohnformen durchführen können.

Besonders wichtig ist die grundlegende Zuordnung:
Arbeitszeit → Zeitlohn
Mengenleistung → Akkordlohn
vorgegebene Leistung bzw. Zielerreichung → Prämienlohn


📝 Typische Aufgabenstellungen

Im Zusammenhang mit den Lohnarten können beispielsweise folgende Anforderungen auftreten:

  • Lohnarten nennen,
  • Lohnarten unterscheiden,
  • Merkmale einer Lohnart beschreiben,
  • eine geeignete Lohnart auswählen,
  • Vor- und Nachteile erläutern,
  • Voraussetzungen für eine Lohnart nennen,
  • Entgelt oder Leistungsgrad berechnen,
  • eine Lohnart für eine betriebliche Situation beurteilen.

Typische Operatoren sind:
nennen – beschreiben – unterscheiden – erläutern – berechnen – beurteilen


🧩 Diese Lohnarten solltest du kennen

Zeitlohn

Beim Zeitlohn richtet sich das Entgelt grundsätzlich nach der geleisteten bzw. vergüteten Arbeitszeit.

Die produzierte Menge bestimmt damit nicht unmittelbar die Höhe des Lohns.

Für die Prüfung ist insbesondere wichtig, den Zeitlohn von leistungsabhängigen Lohnformen abgrenzen und geeignete Einsatzsituationen erkennen zu können.

➡️ Mehr über Zeitlohn erfahren


Akkordlohn

Beim Akkordlohn besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Leistung und Entgelt.

Gerade dieser Bereich kann in der IHK-Prüfung mit Berechnungen verbunden werden. Die Prüfung Frühjahr 2021 zeigt, dass beispielsweise der Stundenverdienst und der Zeitgrad sowie die Voraussetzungen der Akkordentlohnung verlangt werden können.

➡️ Mehr über Akkordlohn erfahren


Prämienlohn

Beim Prämienlohn wird ein Grundentgelt durch eine leistungs- oder erfolgsabhängige Prämie ergänzt.

Die Prämie kann sich dabei an bestimmten betrieblichen Zielgrößen orientieren. Für die Prüfung ist vor allem wichtig, das Prinzip des Prämienlohns und seine Abgrenzung zu Zeit- und Akkordlohn zu verstehen.

➡️ Mehr über Prämienlohn erfahren


⚠️ Prüfungsrelevante Abgrenzungen

Zeitlohn und Akkordlohn

Der wesentliche Unterschied liegt darin, welche Größe unmittelbar die Höhe des Entgelts beeinflusst:

Zeitlohn → vergütete Arbeitszeit
Akkordlohn → erbrachte Mengenleistung

Beim Akkordlohn besteht damit ein wesentlich direkterer Zusammenhang zwischen Leistung und Verdienst.


Akkordlohn und Prämienlohn

Beide können leistungsbezogene Bestandteile enthalten, beruhen jedoch auf unterschiedlichen Vergütungsprinzipien.

Beim Akkordlohn steht die mengenmäßige Leistung im Mittelpunkt.

Beim Prämienlohn wird dagegen ein Grundentgelt um eine Prämie ergänzt, die an festgelegte Leistungen oder Ziele gekoppelt sein kann.


🔗 Zusammenhänge mit anderen Themen

Die Lohnarten stehen in engem Zusammenhang mit der Entgeltdifferenzierung.

Zunächst kann die Tätigkeit hinsichtlich ihrer Anforderungen bewertet werden. Anschließend bestimmt die jeweilige Lohnart, nach welchem Prinzip die Arbeitsleistung vergütet wird.

Arbeitsanforderungen → Entgeltdifferenzierung → Lohnart → konkretes Arbeitsentgelt

Bei leistungsabhängigen Lohnarten kommt zusätzlich die tatsächlich erbrachte Leistung hinzu.


🧭 Verwandte Themen

Die Lohnarten gehören zum Themengebiet:

➡️ Formen der Entgeltfindung

Weiteres Thema dieses Themenbereichs:

➡️ Entgeltdifferenzierung


🎓 Thema vertiefen

Auf kraftverkehrsmeister.net erfährst du, welche Lohnarten für die IHK relevant sind, wie sie voneinander abgegrenzt werden und bei welchen Bereichen auch Berechnungen verlangt werden können.

kraftverkehrsmeister.net → wissen, was von der IHK verlangt wird
KVM-Akademie → verstehen, anwenden und trainieren

➡️ Zur KVM-Akademie


📌 Fazit

Bei den Lohnarten solltest du insbesondere Zeitlohn, Akkordlohn und Prämienlohn unterscheiden und das jeweilige Vergütungsprinzip erkennen können.

Die IHK kann dabei über reine Wissensfragen hinausgehen. Besonders der Akkordlohn kann mit konkreten Berechnungen und Fragen zu den betrieblichen Voraussetzungen verbunden werden, wie die 15-Punkte-Aufgabe aus Frühjahr 2021 zeigt.

Für die grundlegende Einordnung gilt:

Zeit → Zeitlohn
Mengenleistung → Akkordlohn
Grundentgelt + leistungsabhängige Zusatzvergütung → Prämienlohn