Präsentationstechniken

Präsentationstechniken bilden den dritten Qualifikationsinhalt im Prüfungsbereich Methoden der Information, Kommunikation und Planung (MIKP). Es geht darum, Informationen so aufzubereiten und vorzutragen, dass die Zuhörer sie verstehen, behalten und danach handeln.

Für Industriemeister gehört das zum Alltag. Du unterweist Mitarbeiter, stellst in der Schichtbesprechung Kennzahlen vor, führst neue Abläufe ein oder begründest vor der Betriebsleitung eine Investition. Jedes Mal stehst du vor einer Gruppe und willst etwas erreichen.


📘 Auf einen Blick

MerkmalInformation
PrüfungsteilFachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen
PrüfungsbereichMethoden der Information, Kommunikation und Planung (MIKP)
ThemenbereichPräsentationstechniken
Rahmenplan3.3 – Anwenden von Präsentationstechniken
Gewichtungca. 10 von 100 Punkten
Platz in der PrüfungAufgabe 3
Prüfungsrelevanz⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr hoch
Art der Prüfungfast immer Beschreiben, meist fünf Punkte zu einer betrieblichen Situation
DatengrundlageDIHK-Rahmenplan und Auswertung von 35 Originalprüfungen der IHK (2008 bis 2026)
VertiefungLernbereich in der KVM-Akademie (nach Veröffentlichung verfügbar)

Warum sind Präsentationstechniken wichtig?

Gute Arbeit allein reicht nicht, wenn sie niemand versteht. Ein Vorschlag, der schlecht vorgetragen wird, wird abgelehnt. Eine Unterweisung, der keiner folgt, schützt niemanden.

Mit Präsentationstechniken erreichst du, dass

  • deine Zuhörer wissen, worum es geht und was von ihnen erwartet wird,
  • auch schwierige Sachverhalte verständlich werden,
  • Inhalt, Sprache und Medien zur Zielgruppe passen,
  • die Zeit eingehalten wird,
  • du sicher auftrittst und mit Fragen und Störungen umgehen kannst,
  • du aus jeder Präsentation etwas für die nächste lernst.

Die IHK-Prüfung fragt genau diese Punkte ab. In der schriftlichen Prüfung hältst du keine Präsentation. Du beschreibst, wie du sie vorbereitest, durchführst und nachbereitest.

Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans

Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen
└── Methoden der Information, Kommunikation und Planung
└── 3.3 Präsentationstechniken
├── 3.3.1 Ziele von Präsentationen
├── 3.3.2 Planung und Vorbereitung einer Präsentation
├── 3.3.3 Durchführung einer Präsentation
└── 3.3.4 Nachbereitung einer Präsentation

Der DIHK-Rahmenplan gliedert den Qualifikationsinhalt in vier Abschnitte. Auf kraftverkehrsmeister.net findest du dazu fünf Lernseiten. Störungen und Aufmerksamkeit nennt der Rahmenplan nicht als eigenen Punkt. Sie gehören zur Durchführung. Weil in den letzten Jahren mehrfach danach gefragt wurde, haben sie eine eigene Seite.

Prüfungsrelevanz

⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr hohe Prüfungsrelevanz

Nach der DIHK-Strukturierung entfallen auf diesen Qualifikationsinhalt etwa 10 von 100 Punkten. In der Prüfung ist er die Aufgabe 3.

Das ist die kleinste der sechs Aufgaben, aber eine der berechenbarsten. In 14 der 18 Prüfungen seit Herbst 2017 bestand sie aus genau einer Frage nach dem Muster „Beschreiben Sie fünf …“. Zwei Schwerpunkte teilen sich die Aufgabe: Die Vorbereitung einer Präsentation kam in 7 der 13 Prüfungen seit 2020 vor, die Durchführung und Bewertung ebenfalls in 7 von 13.

Prüfungsrelevant sind vor allem:

  • die Zielgruppenanalyse mit Kriterien und Schlussfolgerungen,
  • die inhaltliche und die organisatorische Vorbereitung,
  • Körpersprache und Auftreten,
  • Aufmerksamkeit, Beteiligung und der Umgang mit Störungen,
  • Kriterien zur Bewertung einer Präsentation und Feedback,
  • die Besonderheiten der Online-Präsentation.

Zur Prüfungsanalyse MIKP

Diese Themen gehören zu den Präsentationstechniken

🎯 Ziele von Präsentationen

Am Anfang steht die Frage, was die Präsentation bewirken soll. Du lernst die drei Ziele des Rahmenplans kennen, die Abgrenzung zwischen Informieren, Motivieren und Überzeugen sowie typische Anlässe im Betrieb. Dazu kommt, wie du ein Ziel so formulierst, dass du es später überprüfen kannst.

Mehr über Ziele von Präsentationen erfahren

📝 Präsentation planen und vorbereiten

Die Vorbereitung besteht aus vier Bausteinen: Thema und Ziel, Zielgruppe, Inhalt sowie Methode und Organisation. Im Mittelpunkt steht die Zielgruppenanalyse. Außerdem geht es um die Wahl der Medien und darum, Pannen vorzubeugen.

Mehr über das Planen und Vorbereiten einer Präsentation erfahren

🎤 Präsentation durchführen

Eröffnung, Hauptteil und Abschluss haben jeweils eigene Aufgaben. Auf dieser Seite stehen außerdem Auftreten, Sprache und Körpersprache, der Umgang mit Medien, das Zeitmanagement und der Umgang mit Fragen. Die Online-Präsentation hat einen eigenen Abschnitt.

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🔔 Störungen und Aufmerksamkeit

Seitengespräche, Mobiltelefone, ein ausgefallener Beamer oder das eigene Lampenfieber können jede Präsentation aus dem Tritt bringen. Du lernst, wie du Störungen vorbeugst, wie du abgestuft reagierst und mit welchen Methoden du die Aufmerksamkeit gewinnst und hältst.

Mehr über Störungen und Aufmerksamkeit erfahren

✅ Präsentation nachbereiten und bewerten

Nach der Präsentation prüfst du, ob das Ziel erreicht wurde. Dazu dienen Feedback und Selbstreflexion. Die Seite zeigt außerdem, nach welchen Kriterien eine Präsentation bewertet wird, was dokumentiert wird und wie du die Ergebnisse für das nächste Mal nutzt.

Mehr über das Nachbereiten und Bewerten einer Präsentation erfahren

Zusammenspiel der Themen

Die fünf Themen folgen dem Ablauf einer Präsentation. Am einfachsten merkst du dir vier Schritte:

  1. Ziele klären: Willst du informieren, motivieren oder überzeugen? Was soll nach der Präsentation anders sein?
  2. Planen und vorbereiten: Du analysierst die Zielgruppe, bereitest die Inhalte auf und legst Medien und Organisation fest.
  3. Durchführen: Du führst durch Eröffnung, Hauptteil und Abschluss, hältst die Aufmerksamkeit und fängst Störungen auf.
  4. Nachbereiten und bewerten: Du vergleichst das Ergebnis mit dem Ziel, holst Feedback ein und dokumentierst.

Die Schritte bilden einen Kreislauf. Was die Nachbereitung ergibt, fließt in die Vorbereitung der nächsten Präsentation ein.

Rolle des Industriemeisters

Der Industriemeister präsentiert in zwei Richtungen: vor seinen Mitarbeitern und vor Vorgesetzten oder anderen Abteilungen. In seinem Bereich gehört dazu:

  • Mitarbeiter bei neuen Anlagen, Verfahren und Vorschriften unterweisen,
  • Ziele, Kennzahlen und Ergebnisse in Schicht- und Abteilungsbesprechungen vorstellen,
  • Veränderungen erklären und um Unterstützung werben,
  • Vorschläge und Investitionen vor der Betriebsleitung begründen,
  • Projektergebnisse vorstellen,
  • Präsentationen von Mitarbeitern und Auszubildenden beurteilen und Rückmeldung geben.

Praxisbeispiel

In einer Montageabteilung klagen Mitarbeiter über Rückenbeschwerden beim Einlegen schwerer Gehäuse. Der Industriemeister möchte an zwei Arbeitsplätzen Hebehilfen anschaffen. Dafür braucht er die Zustimmung der Werkleitung.

Sein Ziel ist klar: überzeugen. Am Ende der Präsentation soll die Werkleitung das Budget freigeben. Bei der Vorbereitung fragt er sich, wer vor ihm sitzt. Werkleiter und Controller achten auf Kosten und Nutzen, der Betriebsrat auf die Belastung der Mitarbeiter. Der Industriemeister sammelt deshalb Zahlen zu Ausfalltagen und Taktzeiten, holt zwei Angebote ein und bereitet drei Folien mit Fotos der Arbeitsplätze vor. Raum und Bildschirm testet er am Vortag.

In der Präsentation beginnt er mit einem Foto des Arbeitsplatzes, stellt Problem, Lösung und Kosten vor und schließt mit einer klaren Bitte um Entscheidung. Als der Controller mehrfach dazwischenfragt, bittet er darum, die Kostenfragen nach der dritten Folie zu bündeln.

Am nächsten Tag notiert er, was gut lief und was nicht. Die Zusage hat er erhalten. Die Rückfrage zu den Wartungskosten konnte er nicht beantworten. Diese Zahl nimmt er beim nächsten Mal von Anfang an auf.

In diesem kleinen Beispiel stecken alle fünf Themen des Themenbereichs.

Bedeutung für die Industriemeisterprüfung

Die Aufgabe 3 bringt 10 Punkte und ist mit wenig Aufwand gut vorzubereiten. Fast immer genügt es, fünf Punkte in ganzen Sätzen zu beschreiben.

Darauf solltest du dich einstellen:

  • Lerne zu jedem Thema fünf bis sechs Punkte, zum Beispiel Kriterien der Zielgruppenanalyse oder Schritte der inhaltlichen Vorbereitung.
  • Achte auf das entscheidende Wort in der Aufgabe: Vorbereitung oder Durchführung, inhaltlich oder organisatorisch.
  • Beziehe jede Antwort auf die Situation in der Aufgabe, zum Beispiel auf Schichtbetrieb oder Sprachkenntnisse der Teilnehmer.
  • Schreibe bei „Beschreiben“ ganze Sätze mit Maßnahme und Zweck. Ein Stichwort wie „Technik testen“ reicht nicht.

Werden fünf Punkte verlangt, zählen nur die ersten fünf Antworten.

Verwandte Themen

Präsentationstechniken gehören zum Prüfungsbereich Methoden der Information, Kommunikation und Planung.

Methoden der Information, Kommunikation und Planung (MIKP)

Die Themen dieses Themenbereichs

Rechtsgrundlage

Die sechs Qualifikationsinhalte des Prüfungsbereichs stehen in der Prüfungsverordnung, für Geprüfte Meister für Kraftverkehr zum Beispiel in § 4 Absatz 4.

Prüfungsverordnung Geprüfter Meister für Kraftverkehr, § 4 (Gesetze im Internet)

Fazit

Präsentationstechniken reichen vom Ziel über die Vorbereitung und die Durchführung bis zur Nachbereitung. Wer die Zielgruppe kennt, den Inhalt ordnet und sicher auftritt, erreicht seine Zuhörer.

In der MIKP-Prüfung ist der Themenbereich mit etwa 10 Punkten die Aufgabe 3. Wer zu Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung jeweils fünf Punkte in ganzen Sätzen beschreiben und auf die Situation beziehen kann, holt hier sichere Punkte.