Termin- und Kapazitätsplanung

Die Kapazitätsplanung stellt sicher, dass genug Fahrer und Fahrzeuge für die Aufträge da sind. Die Terminplanung hält gesetzliche und betriebliche Fristen im Blick.

Der Rahmenplan sagt: Du überwachst die Termine und wirkst bei der Kapazitätsplanung mit. Dazu gehören Personaleinsatz und Fahrzeugeinsatz.


📘 Auf einen Blick

MerkmalInformation
PrüfungsteilHandlungsspezifische Qualifikation (HQ)
HandlungsbereichOrganisation und Kommunikation
QualifikationsschwerpunktPlanung, Steuerung und Kommunikationssysteme
ThemaMitwirken bei Termin- und Kapazitätsplanungen (Rahmenplan 4.2)
Prüfungsrelevanz⭐⭐ Gering bis mittel
DatengrundlageDIHK-Rahmenplan und Auswertung der HQ-Prüfungen 2013 bis 2026
Art der PrüfungPlanungsaufgabe mit Fristen und Rechnung zu Bedarf und Verfügbarkeit
Lernziel laut RahmenplanTermine überwachen und bei der Kapazitätsplanung mitwirken
Empfohlene LernprioritätNiedrig bis mittel
VertiefungLernmodul in der KVM-Akademie (nach Veröffentlichung verfügbar)

Warum sind Termine und Kapazitäten wichtig?

Ein abgelaufener Termin kann ein Fahrzeug stilllegen oder einen Fahrer vom Einsatz ausschließen. Eine fehlende Kapazität führt zu Terminverzug oder zu Überstunden.

Der Meister plant mit. Er kennt die Fristen, die Verfügbarkeit von Fahrzeugen und die Grenzen seines Personals. Daraus entsteht ein tragfähiger Einsatzplan.

Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans

Handlungsspezifische Qualifikation
└── Organisation und Kommunikation
└── 4 Planung, Steuerung und Kommunikationssysteme
└── 4.2 Mitwirken bei Termin- und Kapazitätsplanungen
├── 4.2.1 Terminplanung überwachen
│ ├── 4.2.1.1 Gesetzlich vorgeschriebene Untersuchungstermine
│ └── 4.2.1.2 Betriebsbedingte Termine
└── 4.2.2 Kapazitätsplanung mitwirken
├── 4.2.2.1 Personaleinsatzplanung
└── 4.2.2.2 Fahrzeugeinsatzplanung

Diese Seite deckt 4.2 ab.

Prüfungsrelevanz

⭐⭐ Geringe bis mittlere Prüfungsrelevanz

Die Auswertung stützt sich auf die Verweise auf die Prüfungsverordnung in den Lösungshinweisen. Der Abschnitt 7.2 wurde in 2 der 23 Prüfungsteile mit Nummernangabe vermerkt. Die Themenliste der Prüfungsfragen enthält Aufgaben zu Fristen von Hauptuntersuchung, Sicherheitsprüfung, Kontrollgerät und UVV sowie zu Personalplanung und Fahrzeuganzahl.

Aufgaben zu diesem Thema verlangen zum Beispiel,

  • gesetzliche Fristen und Prüftermine zu nennen,
  • einen Terminplan zu entwerfen,
  • den Fahrzeug- und Personalbedarf zu berechnen,
  • Maßnahmen bei Engpässen vorzuschlagen.

Zur Prüfungsanalyse HQ

Was lernst du auf dieser Seite?

Nach dem Lesen dieser Seite kannst du:

  • gesetzliche und betriebliche Termine unterscheiden,
  • einen Fristenkalender aufbauen,
  • Personaleinsatz nach Berechtigungen planen,
  • Kapazitätsbedarf und Fahrzeuganzahl berechnen,
  • Maßnahmen bei Engpässen nennen.

Termine und Kapazitäten im Griff

Terminplanung überwachen

Gesetzlich vorgeschriebene Termine gelten für Fahrzeuge, Geräte und Personen. Die Einzelheiten stehen auf den Seiten der Fuhrparktechnik:

  • Fahrzeug: Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung, bei schweren Lkw jährlich beziehungsweise nach Vorgabe.
  • Kontrollgerät: Prüfung alle zwei Jahre.
  • Ladehilfen: UVV-Prüfungen von Hebebühnen, Kranen oder Flurförderzeugen, in der Regel jährlich.
  • Personen: Fahrerlaubnis, Fahrerkarte (fünf Jahre gültig), Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (35 Stunden in fünf Jahren), Gefahrgutbescheinigung (fünf Jahre), jährliche Unterweisungen.

Betriebsbedingte Termine ergeben sich aus dem Betrieb, zum Beispiel Wartungstermine nach Herstellervorgabe, Reifenwechsel, Inspektionen und Fahrzeugwäsche.

Ein Fristenkalender hilft, nichts zu übersehen. Er enthält Gegenstand, Fälligkeit, Verantwortlichen und eine Erinnerung einige Wochen vorher. Werkstatttermine stimmst du mit dem Einsatzplan ab, damit das Fahrzeug nicht fehlt.

Instandhaltung und vorgeschriebene Prüfungen

Kapazitätsplanung: Personal

Der Personaleinsatz richtet sich nach dem Bedarf der Aufträge und den Möglichkeiten der Mitarbeiter:

  • Berechtigungen: Führerscheinklasse, Fahrerkarte, ADR-Bescheinigung, Kranschein.
  • Arbeitszeit: Lenk- und Ruhezeiten, Arbeitszeitgesetz, Pausen.
  • Ausfälle: Urlaub, Krankheit und Schulung, ein Springer als Reserve.

Kapazitätsplanung: Fahrzeuge

Die Fahrzeugeinsatzplanung berücksichtigt:

  • die Fahrzeugauslegung (welche Fahrzeuge passen zur Auftragsstruktur),
  • die Beschaffung (Kauf, Leasing, Miete),
  • die Verfügbarkeit (Wartung, Reparatur, Ersatzfahrzeug).

Beispiel (Werte angenommen): Pro Tag fallen 12 Touren mit je 6 Fahrzeugstunden an. Der Bedarf beträgt 72 Fahrzeugstunden. Ein Fahrzeug ist 8 Stunden einsetzbar und zu 90 Prozent verfügbar.

  • Verfügbare Stunden je Fahrzeug: 8 h · 0,9 = 7,2 h
  • Benötigte Fahrzeuge: 72 h : 7,2 h = 10

Auslastungsgrad in Prozent = Kapazitätsbedarf : Kapazitätsangebot · 100

Im Linienverkehr berechnest du die Fahrzeuganzahl aus Umlaufzeit und Taktzeit. Das zeigt die Seite „Beförderungskapazitäten ermitteln“.

Beförderungskapazitäten ermitteln

Maßnahmen bei Engpässen

  • Überstunden im gesetzlichen Rahmen,
  • Fremdvergabe an Subunternehmer,
  • zusätzliche Fahrzeuge mieten oder leasen,
  • Termine verschieben oder bündeln,
  • Schichtmodell oder Springer einsetzen.

Typische Fehler

  • Fristen nicht im Kalender: Eine Prüfung läuft ab, das Fahrzeug muss stehen.
  • Verfügbarkeit überschätzt: Wartung und Ausfälle sind nicht eingeplant.
  • Berechtigung nicht geprüft: Der Fahrer darf die Fracht nicht fahren.
  • Werkstatt und Einsatz nicht abgestimmt: Das Fahrzeug fehlt zum Termin.
  • Lenk- und Ruhezeiten übersehen: Die Tour ist nicht umsetzbar.

Praxisbeispiel

Eine Spedition erwartet im Herbst mehr Aufträge als sonst.

  • Bedarf: Der Meister schätzt aus Vorjahreswerten die Fahrzeugstunden.
  • Vergleich: Er stellt Bedarf und Angebot gegenüber und erkennt eine Lücke.
  • Fristen: Er legt Werkstatttermine in schwächere Tage.
  • Maßnahme: Er mietet ein Fahrzeug und plant einen Springer ein.

Typische Prüfungsfragen

In den IHK-Prüfungen können beispielsweise folgende Anforderungen auftreten:

  • Nennen Sie gesetzliche Prüffristen für Fahrzeuge, Kontrollgeräte und Personen.
  • Unterscheiden Sie gesetzliche und betriebsbedingte Termine.
  • Planen Sie den Personaleinsatz nach Berechtigungen und Arbeitszeit.
  • Berechnen Sie den Fahrzeugbedarf.
  • Schlagen Sie Maßnahmen bei einem Kapazitätsengpass vor.

Verwandte Themen

Termin- und Kapazitätsplanung sichern die Verfügbarkeit von Personal und Fahrzeugen.

Organisation und Kommunikation

Weitere Themen dieses Handlungsbereichs

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Rechtsgrundlage

Die Qualifikationsschwerpunkte der Handlungsspezifischen Qualifikation stehen in der Prüfungsverordnung, für Geprüfte Meister für Kraftverkehr zum Beispiel in § 5 Absatz 7.

Prüfungsverordnung Geprüfter Meister für Kraftverkehr, § 5 (Gesetze im Internet)

Fazit

Die Terminplanung hält gesetzliche und betriebliche Fristen ein. Die Kapazitätsplanung gleicht Bedarf und Angebot bei Personal und Fahrzeugen ab.

Für die Prüfung solltest du Fristen nennen, den Fahrzeugbedarf rechnen und Maßnahmen bei Engpässen vorschlagen können.