Kostenarten
Unternehmen können ihre Kosten nach unterschiedlichen Kriterien gliedern. Diese Einteilung ist notwendig, damit Kosten später richtig erfasst, zugeordnet und für betriebliche Berechnungen verwendet werden können.
Für die IHK ist insbesondere wichtig, die verschiedenen Kostenarten voneinander unterscheiden und richtig einordnen zu können. Dazu gehören unter anderem Grund-, Anders- und Zusatzkosten sowie die Unterscheidung nach Zurechenbarkeit und Kostenverhalten.
📘 Auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Prüfungsteil | Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen |
| Prüfungsbereich | Betriebswirtschaftliches Handeln (BWH) |
| Themengebiet | Kostenrechnung und Kalkulationsverfahren |
| Übergeordnetes Thema | Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung |
| Thema | Kostenarten |
| IHK-Anforderung | Kosten nach unterschiedlichen Kriterien gliedern und einordnen |
| Prüfungsrelevanz | Rahmenlehrplaninhalt; keine eigene Häufigkeitsstufe |
| Typische Anforderungen | Kosten unterscheiden, zuordnen und Abgrenzungen begründen |
| Empfohlene Lernpriorität | hoch |
| Vertiefung | ➡️ Lernbereich in der KVM-Akademie |
🏭 Warum sind Kostenarten wichtig?
Für betriebliche Entscheidungen reicht es nicht aus, lediglich die Gesamthöhe der Kosten zu kennen. Ein Unternehmen muss beispielsweise unterscheiden können,
- wodurch Kosten verursacht wurden,
- ob sie einem Produkt direkt zugerechnet werden können,
- wie sie sich bei veränderter Beschäftigung entwickeln,
- ob ihnen ein entsprechender Aufwand in der Finanzbuchhaltung gegenübersteht.
Je nach Fragestellung werden Kosten deshalb unterschiedlich gegliedert.
Eine bestimmte Kostenposition kann dabei gleichzeitig mehreren Einteilungen angehören. Beispielsweise kann eine Kostenart sowohl Gemeinkosten als auch fixe Kosten darstellen.
📘 Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans
Kostenarten gehören im Rahmenlehrplan zu den Grundbegriffen der Kosten- und Leistungsrechnung innerhalb von Kostenrechnung und Kalkulationsverfahren.
Basisqualifikation
└── Betriebswirtschaftliches Handeln
└── Kostenrechnung und Kalkulationsverfahren
└── Grundbegriffe der Kosten- und Leistungsrechnung
└── Kostenarten
├── Grundkosten
├── Zusatzkosten
├── Anderskosten
├── Einzelkosten
├── Gemeinkosten
├── fixe Kosten
└── variable Kosten
Der Rahmenlehrplan verlangt damit unterschiedliche Möglichkeiten, Kosten zu gliedern. Entscheidend ist, nach welchem Kriterium die jeweilige Einteilung vorgenommen wird.
🔎 Prüfungsrelevanz
Bestandteil des BWH-Rahmenlehrplans
Für diese Fachseite wird keine gesonderte historische Häufigkeitsstufe ausgewiesen. Die Auswertung der 37 Originalprüfungstermine arbeitet mit teilweise breiteren Themenkategorien. Deren Sterne dürfen nicht automatisch auf jede Unterseite übertragen werden. Eine fehlende eigene Einstufung bedeutet nicht, dass der Inhalt für die Prüfung entbehrlich ist.
Vergangene Prüfungen sind keine Vorhersage künftiger Aufgaben. Maßgeblich bleibt der gesamte Rahmenlehrplan.
➡️ Zur Prüfungsanalyse Betriebswirtschaftliches Handeln
🎯 Darauf kommt es bei der IHK an
Für die IHK solltest du zunächst erkennen, dass Kostenarten nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt werden können.
Nach dem Verhältnis zum Aufwand
Hier wird betrachtet, wie Kosten der Kostenrechnung mit Aufwendungen der Finanzbuchhaltung zusammenhängen:
Grundkosten → Aufwand und Kosten stimmen grundsätzlich überein
Anderskosten → Aufwand ist vorhanden, wird in der Kostenrechnung jedoch mit einem anderen Wert angesetzt
Zusatzkosten → Kosten entstehen, ohne dass ihnen ein entsprechender Aufwand gegenübersteht
Nach der Zurechenbarkeit
Hier wird betrachtet, ob Kosten einem Kostenträger direkt zugerechnet werden können:
Einzelkosten → direkte Zurechnung möglich
Gemeinkosten → keine direkte Zurechnung möglich
Nach dem Verhalten bei Beschäftigungsänderungen
Hier geht es darum, wie Kosten auf Veränderungen der Beschäftigung reagieren:
fixe Kosten → bleiben innerhalb bestimmter Grenzen unabhängig von der Beschäftigung
variable Kosten → verändern sich mit der Beschäftigung
Diese drei Einteilungen dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
📝 Typische Aufgabenstellungen
Bei Kostenarten können Aufgaben beispielsweise verlangen:
- verschiedene Kostenarten zu nennen,
- Grund-, Anders- und Zusatzkosten zu unterscheiden,
- betriebliche Kosten den entsprechenden Kostenarten zuzuordnen,
- die Zuordnung zu begründen,
- Einzel- und Gemeinkosten voneinander abzugrenzen,
- fixe und variable Kosten zu unterscheiden,
- zu erläutern, warum eine Kostenposition mehreren Einteilungen gleichzeitig zugeordnet werden kann.
Bei Zuordnungsaufgaben solltest du deshalb zunächst feststellen, nach welchem Kriterium die Kosten gerade betrachtet werden.
🧩 Grund-, Anders- und Zusatzkosten
Grundkosten
Grundkosten entstehen, wenn einem betriebszweckbezogenen Aufwand Kosten in gleicher Höhe gegenüberstehen.
Sie werden deshalb auch als aufwandsgleiche Kosten bezeichnet.
Anderskosten
Anderskosten stehen einem Aufwand gegenüber, werden innerhalb der Kostenrechnung jedoch mit einem anderen Wert berücksichtigt.
Typische Zusammenhänge ergeben sich beispielsweise bei kalkulatorischen Kosten.
Zusatzkosten
Zusatzkosten besitzen keinen entsprechenden Aufwand in der Finanzbuchhaltung.
Sie werden ausschließlich für Zwecke der Kostenrechnung berücksichtigt.
Die Unterscheidung ist besonders wichtig für den Übergang vom externen Rechnungswesen zur internen Kostenrechnung.
⚠️ Prüfungsrelevante Abgrenzungen
Ein häufiger Fehler besteht darin, verschiedene Einteilungskriterien miteinander zu vermischen.
Beispielsweise bedeutet:
Gemeinkosten nicht automatisch fixe Kosten.
Gemeinkosten beschreiben die Zurechenbarkeit, fixe Kosten dagegen das Verhalten bei Beschäftigungsänderungen.
Ebenso sind:
Einzelkosten nicht automatisch variable Kosten.
Eine Kostenposition muss deshalb immer anhand des in der Aufgabe gefragten Kriteriums beurteilt werden.
🔗 Zusammenhänge mit anderen Themen
Die Kostenarten bilden eine Grundlage für die weitere Kosten- und Leistungsrechnung.
Kosten erfassen → Kosten einordnen → Kostenartenrechnung → Kostenstellenrechnung → Kostenträgerrechnung
Besonders enge Zusammenhänge bestehen zu:
Einzel- und Gemeinkosten → Zurechenbarkeit
Fixe und variable Kosten → Kostenverhalten
Kostenartenrechnung → systematische Erfassung und Gliederung der Kosten
Auch bei Betriebsabrechnungsbogen, Kalkulation, Deckungsbeitragsrechnung und Break-even-Point werden diese Unterscheidungen später erneut benötigt.
🧭 Verwandte Themen
Übergeordnetes Thema:
➡️ Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung
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➡️ Aufgaben der Kostenrechnung
➡️ Grundbegriffe der Kosten- und Leistungsrechnung
➡️ Einzel- und Gemeinkosten
➡️ Fixe und variable Kosten
➡️ Leistungs- und Kostendaten
🎓 Thema vertiefen
kraftverkehrsmeister.net → wissen, was von der IHK verlangt wird
KVM-Akademie → verstehen, anwenden und trainieren
In der KVM-Akademie werden unterschiedliche Kostenarten anhand betrieblicher Beispiele zugeordnet und typische Abgrenzungs- und Prüfungsaufgaben trainiert.
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📌 Fazit
Kosten können nach unterschiedlichen Kriterien gegliedert werden. Für die IHK ist deshalb entscheidend, zunächst zu erkennen, welche Art der Einteilung gefragt ist.
Besonders wichtig sind die Unterscheidungen zwischen Grund-, Anders- und Zusatzkosten, Einzel- und Gemeinkosten sowie fixen und variablen Kosten.
Diese Grundlagen werden in zahlreichen weiteren Themen der Kostenrechnung und Kalkulation benötigt.
📚 Quellen
DIHK-Rahmenlehrplan für die fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen, Betriebswirtschaftliches Handeln, Abschnitt 2.5.
Die verlinkte historische Prüfungsanalyse beruht auf 37 BWH-Originalprüfungsterminen von Frühjahr 2008 bis Frühjahr 2026.
