Auf einen Blick
- Diese Einheit steht vor allen Fächern der Basisqualifikation. Sie hilft dir, das Lernen zu organisieren.
- Sie ist laut Rahmenlehrplan nicht Gegenstand der Prüfung. Sie zahlt sich aber in jedem Fach aus.
- Es geht um Motivation, Lerntypen, Lerntechniken, Zeitplanung, Lernmedien, Gruppenarbeit und Präsentation.
Einordnung im Rahmenplan
Die Lern- und Arbeitsmethodik ist die einführende Lehrgangseinheit der Basisqualifikation. Der Rahmenlehrplan nennt sieben Themen. Ziel ist, das Lernen zu lernen und den Lernerfolg mit passenden Methoden zu verbessern. Wer gut plant, lernt ruhiger und geht sicherer in die Prüfungsphase.
1. Das Lernen lernen
Lernen ist eine Fähigkeit, die du üben kannst. Wer weiß, wie er Stoff aufnimmt, ordnet und behält, spart Zeit. Das gilt besonders neben dem Beruf, wenn die Zeit knapp ist. Fang deshalb mit der Methode an, nicht mit dem ersten Kapitel.
2. Rahmenbedingungen erkennen
Was du lernst, hängt davon ab, unter welchen Bedingungen du lernst. Der Rahmenlehrplan nennt vier Punkte:
- Motivation: Setze dir klare Ziele. Wer weiß, wofür er lernt, hält länger durch. Kleine Etappenziele helfen.
- Lerntypen: Manche lernen am besten durch Lesen, manche durch Hören, manche durch Sehen und manche durch Tun. Die meisten sind Mischtypen. Probiere aus, was bei dir wirkt.
- Lernrhythmus: Jeder hat Zeiten, in denen er konzentrierter ist. Lege schwere Themen in diese Zeiten. Plane Pausen ein.
- Lernumgebung: Ein fester Platz, wenig Ablenkung und Material in Reichweite. Handy und Benachrichtigungen aus.
3. Lerntechniken anwenden
Der Lernstoff durchläuft vier Schritte. Das zeigt das Schaubild.
Lernstoff erfassen
Kenne deine Quellen: Skript, Lehrbuch, Rahmenlehrplan, Gesetzestexte, Mitschrift aus dem Lehrgang. Beim Mitschreiben nutzt du Protokolltechniken. Schreibe Stichworte statt ganzer Sätze. Nutze Abkürzungen und Pfeile. Markiere Wichtiges und halte offene Fragen fest.
Lernstoff strukturieren und ordnen
Ordne den Stoff, bevor du ihn lernst. Mit Gliederungstechniken bringst du ihn in eine Reihenfolge: Haupt- und Unterpunkte, nummeriert oder eingerückt. Mit Darstellungstechniken machst du ihn sichtbar: Mindmap, Tabelle, Ablaufdiagramm, Skizze. Eine Mindmap zeigt Zusammenhänge. Eine Tabelle eignet sich zum Vergleichen.
Lernstoff reduzieren und zusammenfassen
Nicht alles musst du Wort für Wort behalten. Verdichte den Stoff auf das Wesentliche. Frage dich: Was ist der Kern? Was brauche ich, um es zu erklären? Gute Zusammenfassungen passen auf wenige Seiten oder auf Lernkarten.
Lernstoff lernen und wiederholen
Wiederhole in Abständen und nicht erst kurz vor der Prüfung. Der Stoff bleibt besser hängen, wenn du ihn mehrmals aufrufst. Erkläre ihn dir selbst oder anderen laut. Überprüfe dich mit Kontrollfragen und kleinen Tests. So merkst du früh, wo Lücken sind.
4. Zeit- und Themenplanung
Ohne Plan geht Lernzeit verloren. Der Rahmenlehrplan nennt zwei Bausteine: Zeitmanagementmethoden und Themenplanung.
- Wochenplan: Trage feste Lernzeiten ein, wie Termine. Plane Puffer für Unvorhergesehenes.
- Prioritäten setzen: Mit der Eisenhower-Matrix sortierst du Aufgaben nach wichtig und dringend. Mit der ABC-Analyse trennst du Wichtiges von Nebensächlichem.
- Pareto-Prinzip: Als Faustregel bringt ein kleiner Teil des Aufwands den größten Teil des Ergebnisses. Das hilft, Schwerpunkte zu setzen.
- Themenplanung: Teile den Stoff in Blöcke. Lege fest, wann du welches Fach beginnst, wiederholst und prüfst. Rechne rückwärts vom Prüfungstermin.
5. Lernmethoden und Lernmedien
Im Lehrgang begegnen dir verschiedene Methoden. Kenne ihren Zweck, dann nutzt du sie besser.
- Lehrgespräch: Die Lehrkraft entwickelt den Stoff im Gespräch mit der Gruppe.
- Gruppenarbeit: Ihr bearbeitet eine Aufgabe gemeinsam und stellt das Ergebnis vor.
- Rollen- und Planspiele: Ihr probiert Situationen aus, zum Beispiel ein Mitarbeitergespräch.
- CBT (Computer Based Training): Du lernst am Rechner in deinem Tempo.
Dazu kommen Medien: Flipchart, Pinnwand, Projektor und audiovisuelle Medien wie Video. Jedes Medium hat Stärken. Die Flipchart entsteht vor den Augen der Gruppe. Der Projektor zeigt vorbereitete Folien. Ein Video zeigt Abläufe, die man schlecht beschreiben kann.
6. Gruppenarbeit praktizieren
Im Lehrgang und im Betrieb arbeitest du oft in Gruppen. Das klappt besser, wenn du drei Dinge kennst:
- Organisationsformen: Einzelarbeit, Partnerarbeit, Kleingruppe, Plenum. Je nach Aufgabe passt eine andere Form.
- Rollen und Regeln: Klärt, wer moderiert, wer protokolliert, wer präsentiert. Vereinbart Kommunikationsregeln: ausreden lassen, Sachebene halten, Ergebnisse festhalten.
- Gruppendynamik: Gruppen durchlaufen Phasen. Anfangs tasten sich alle ab, dann gibt es oft Reibung, danach findet die Gruppe zu Regeln und zur Zusammenarbeit. Wer das kennt, nimmt Konflikte nicht persönlich.
Mehr zur Moderation und zu Gruppen im Betrieb findest du bei Zusammenarbeit im Betrieb.
7. Rede- und Präsentationstechniken
Als Meister erklärst du, berichtest und überzeugst. Das übst du schon im Lehrgang.
- Sprechtechnik: Sprich langsam, deutlich und mit Pausen. Atme ruhig. Sprich frei, auch wenn du Stichworte nutzt.
- Aufbau: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Nenne am Anfang das Ziel und am Ende das Ergebnis.
- Layout: Wenig Text je Folie, gut lesbare Schrift, ein Gedanke pro Folie. Bilder und Skizzen helfen.
- Zielgruppe: Passe Sprache und Tiefe an die Zuhörer an. Ein Fahrer braucht eine andere Erklärung als die Geschäftsführung.
- Vortrag, Bericht, Diskussion: Beim Vortrag führst du die Zuhörer durch ein Thema. Der Bericht ist sachlich und kurz. In der Diskussion hörst du zu, bleibst sachlich und fasst am Ende zusammen.
Diese Techniken brauchst du später im Fachgespräch. Dort stellst du eine Situation vor und beantwortest Fragen. Schau dir dazu die Seite Fachgespräch an.
Praxisbeispiel
Du arbeitest im Schichtdienst und hast abends zwei Stunden Zeit. Du planst drei Lernblöcke pro Woche mit festem Platz und ausgeschaltetem Handy. In jedem Block erfasst du ein Thema, zeichnest eine Mindmap und schreibst fünf Stichworte auf eine Lernkarte. Am Wochenende wiederholst du die Karten laut. So bleibt der Aufwand klein und der Stoff sitzt.
Rolle des Meisters
Der Meister vermittelt Wissen im Betrieb: bei der Einarbeitung, in der Unterweisung und in der Ausbildung. Wer selbst gut lernt, kann gut erklären. Die Methoden dieser Einheit nutzt du also doppelt: für deine Prüfung und später für deine Mitarbeiter.
Verwandte Themen
- Methoden der Information, Kommunikation und Planung
- Zusammenarbeit im Betrieb
- Fachgespräch
- Glossar für Begriffe zum Nachschlagen
