Präsentation nachbereiten und bewerten

Eine Präsentation nachbereiten und bewerten heißt prüfen, ob sie ihr Ziel erreicht hat, und daraus für das nächste Mal lernen. Das Thema schließt den Themenbereich Präsentationstechniken im Prüfungsbereich Methoden der Information, Kommunikation und Planung ab.

Im Betrieb fällt dieser Schritt oft weg, weil nach dem letzten Satz die Arbeit ruft. Als Industriemeister präsentierst du aber immer wieder vor denselben Mitarbeitern und Vorgesetzten. Was du heute auswertest, macht die nächste Unterweisung oder den nächsten Bericht besser.


📘 Auf einen Blick

MerkmalInformation
PrüfungsteilFachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen
PrüfungsbereichMethoden der Information, Kommunikation und Planung (MIKP)
ThemenbereichPräsentationstechniken
ThemaNachbereitung einer Präsentation (Rahmenplan 3.3.4)
Prüfungsrelevanz⭐⭐⭐⭐ Hoch
DatengrundlageDIHK-Rahmenplan und Auswertung von 35 Originalprüfungen der IHK
Art der PrüfungKriterien beschreiben oder erläutern, Fragen für ein Feedback formulieren
Lernziel laut RahmenplanEine Zielkontrolle durchführen, die Dokumentation erstellen und die Ergebnisse bei künftigen Präsentationen umsetzen
Empfohlene LernprioritätHoch
VertiefungLernmodul in der KVM-Akademie (nach Veröffentlichung verfügbar)

Warum ist die Nachbereitung wichtig?

Ohne Nachbereitung bleibt offen, ob die Präsentation etwas bewirkt hat. Mit ihr erreichst du fünf Dinge:

  • Du weißt, ob das Ziel erreicht ist oder ob du nachsteuern musst.
  • Du erfährst, wie Inhalt und Auftreten angekommen sind.
  • Offene Fragen und Zusagen gehen nicht verloren.
  • Unterlagen und Ergebnisse bleiben auffindbar, auch für Abwesende.
  • Du erkennst deine Stärken und Schwächen.

Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans

Basisqualifikation
└── Methoden der Information, Kommunikation und Planung
└── 3.3 Präsentationstechniken
└── 3.3.4 Nachbereitung einer Präsentation
├── Zielkontrolle
├── Dokumentation
└── Berücksichtigung der Ergebnisse bei zukünftigen Präsentationen

Der Rahmenplan nennt drei Bestandteile mit je einem Anforderungsverb: durchführen, erstellen, umsetzen. Zur Zielkontrolle gehören Feedback und Selbstreflexion, jeweils mit zwei Blickrichtungen: sach- und inhaltsbezogen sowie kommunikationsbezogen. Einzelne Bewertungskriterien zählt der Rahmenplan nicht auf. Sie lassen sich aus diesen beiden Blickrichtungen ableiten.

Prüfungsrelevanz

⭐⭐⭐⭐ Hohe Prüfungsrelevanz

Das Thema gehört in der Prüfungsanalyse zur Gruppe „Präsentation durchführen und bewerten“. Diese Gruppe kam in 7 der 13 Prüfungen seit 2020 vor, insgesamt in 18 von 35 ausgewerteten Prüfungen. Die Aufgabe bringt meist 10 Punkte.

In den ausgewerteten Prüfungen wurde zum Beispiel verlangt,

  • Kriterien zur Bewertung einer betriebsinternen Präsentation zu beschreiben,
  • Kriterien zu erläutern, nach denen das Auftreten von Vortragenden beurteilt wird,
  • Fragen für einen Fragebogen zu formulieren, mit dem nach der Präsentation Feedback der Teilnehmer eingeholt wird.

Zur Prüfungsanalyse MIKP

Was lernst du auf dieser Seite?

Nach dem Lesen dieser Seite kannst du:

  • die drei Schritte der Nachbereitung beschreiben,
  • eine Zielkontrolle durchführen,
  • Feedback der Teilnehmer einholen und passende Fragen formulieren,
  • deine Präsentation in einer Selbstreflexion auswerten,
  • Kriterien zur Bewertung einer Präsentation nennen und zuordnen,
  • festlegen, was dokumentiert wird,
  • die Ergebnisse für künftige Präsentationen nutzen.

Präsentation nachbereiten und bewerten in drei Schritten

SchrittLeitfrageErgebnis
1. ZielkontrolleWurde das Ziel erreicht?Vergleich von Ziel und Ergebnis, Stärken und Schwächen
2. DokumentationWas muss auffindbar bleiben?abgelegte Unterlagen, festgehaltene offene Punkte
3. Ergebnisse nutzenWas machst du beim nächsten Mal anders?zwei bis drei Vorsätze, überarbeitete Unterlagen

Zielkontrolle durchführen

Die Zielkontrolle ist ein Soll-Ist-Vergleich. Du stellst das Ergebnis dem Ziel gegenüber, das du vor der Präsentation festgelegt hast. Das gelingt nur, wenn das Ziel überprüfbar formuliert war.

Woran du das Ergebnis erkennst, hängt vom Ziel ab:

Ziel der PräsentationSo prüfst du das Ergebnis
InformierenKontrollfragen am Ende, ein kurzer Test, später die Beobachtung am Arbeitsplatz
MotivierenBeteiligung während der Präsentation, später die Zahl der Meldungen, Vorschläge oder Anmeldungen
Überzeugendie getroffene Entscheidung oder der vereinbarte nächste Schritt

Manche Ergebnisse zeigen sich erst nach Tagen oder Wochen. Ob eine neue Regel eingehalten wird, siehst du nicht im Besprechungsraum, sondern in der Halle.

Der Rahmenplan nennt zwei Quellen für die Zielkontrolle und zwei Blickrichtungen:

  • Feedback: die Rückmeldung der Teilnehmer, also das Fremdbild.
  • Selbstreflexion: deine eigene kritische Auswertung, also das Selbstbild.
  • Sach- und inhaltsbezogen: Stimmten Inhalt, Auswahl und Aufbau, und wurde das Ziel erreicht?
  • Kommunikationsbezogen: Wie wirkten Auftreten, Sprache, Medieneinsatz und der Umgang mit den Teilnehmern?

Feedback der Teilnehmer einholen

Feedback ist eine Rückmeldung darüber, wie etwas angekommen ist. Welcher Weg passt, hängt von Gruppengröße, Zeit und Anlass ab.

WegSo läuft es abStärkeGrenze
AbschlussrundeJeder sagt in einem Satz, was er mitnimmt.schnell, ohne Materialnicht anonym
PunktabfrageDie Teilnehmer setzen Punkte auf eine Skala am Flipchart.anschaulich, in zwei Minuten erledigtzeigt keine Gründe
FragebogenDie Teilnehmer beantworten wenige Fragen auf Papier oder digital.anonym und auswertbarbraucht Vorbereitung
EinzelgesprächDu fragst einen Teilnehmer, Kollegen oder Vorgesetzten nach seinem Eindruck.ausführlich, mit Nachfragennur eine Meinung
BeobachtungDu achtest auf das Verhalten während der Präsentation und später am Arbeitsplatz.zeigt die tatsächliche Wirkungnicht immer eindeutig

Fragen für einen Feedbackbogen

Ein Feedbackbogen ist kurz. Fünf bis sechs Fragen genügen: geschlossene Fragen mit einer Skala und am Ende eine offene Frage. Die Fragen decken beide Blickrichtungen ab.

Sach- und inhaltsbezogen:

  • Wie gut können Sie das Gezeigte an Ihrem Arbeitsplatz anwenden?
  • War der Umfang zu groß, passend oder zu gering?
  • Welcher Punkt ist für Sie offen geblieben?

Kommunikationsbezogen:

  • Konnten Sie dem Vortrag von Ihrem Platz aus gut folgen?
  • Haben Bilder und Vorführungen beim Verstehen geholfen?
  • Was sollte beim nächsten Mal anders sein?

Wie ein Fragebogen aufgebaut wird und welche Regeln für Feedback gelten, steht auf der Seite Befragung und Feedback.

Selbstreflexion

Selbstreflexion heißt, die eigene Präsentation ehrlich und nach festen Fragen auszuwerten. Der Rahmenplan schreibt „Selbstreflektion“, gemeint ist dasselbe. Am besten erledigst du das am selben Tag und schriftlich.

BlickrichtungLeitfragen
Sach- und inhaltsbezogenHast du dein Ziel erreicht? Waren Auswahl, Tiefe und Reihenfolge richtig? Welche Frage konntest du nicht beantworten?
KommunikationsbezogenHat die Zeit gereicht? Hast du frei gesprochen und Blickkontakt gehalten? Wie bist du mit Fragen und Störungen umgegangen? Hat die Technik funktioniert?

Hilfreich ist der Vergleich von geplanter und gebrauchter Zeit. Weichen Selbstbild und Feedback voneinander ab, ist das ein wichtiger Hinweis. Die Selbstreflexion ersetzt das Feedback deshalb nicht.

Kriterien zur Bewertung einer Präsentation

Mit denselben Kriterien bewertest du die eigene Präsentation und die Präsentationen anderer, zum Beispiel von Auszubildenden. Gute Kriterien sind beobachtbar und stehen vorher fest.

Sach- und inhaltsbezogene Kriterien

KriteriumLeitfrage
ZielerreichungWissen die Zuhörer, was sie jetzt tun oder entscheiden sollen?
Fachliche RichtigkeitSind die Aussagen richtig, vollständig und aktuell?
ZielgruppenbezugPassen Auswahl, Umfang und Beispiele zu den Zuhörern?
AufbauGibt es Eröffnung, Hauptteil und Abschluss und einen erkennbaren roten Faden?
VisualisierungSind die Medien passend gewählt, lesbar und nicht überladen?

Kommunikationsbezogene Kriterien

KriteriumLeitfrage
Sprache und StimmeSpricht der Vortragende frei, deutlich und verständlich?
Körpersprache und AuftretenWirken Blickkontakt, Haltung, Gestik und Erscheinungsbild sicher und zugewandt?
Umgang mit Medien und TechnikWird die Technik sicher bedient, und spricht der Vortragende zu den Zuhörern?
Umgang mit den TeilnehmernWerden die Zuhörer beteiligt, Fragen beantwortet und Störungen ruhig aufgefangen?
ZeitWurde der vereinbarte Zeitrahmen eingehalten?

Achte in der Prüfung darauf, wonach gefragt ist. Geht es um die Präsentation insgesamt, nimmst du Kriterien aus beiden Blickrichtungen. Geht es nur um das Auftreten, bleibst du bei Sprache, Stimme, Körpersprache und Erscheinungsbild. Mehr dazu steht auf der Seite Präsentation durchführen.

Bewertest du andere, beschreibst du zuerst, was du gesehen hast. Dann nennst du Gelungenes und ein bis zwei Punkte, die sich verbessern lassen.

Dokumentation erstellen

Die Dokumentation sichert, was präsentiert und vereinbart wurde. Der Rahmenplan nennt als Beispiele das Handout und die digitale Ablage.

  • Präsentationsunterlagen: Folien, Fotos von Flipchart oder Pinnwand, Handout.
  • Teilnehmerliste: Bei Unterweisungen dient sie mit den Unterschriften als Nachweis.
  • Offene Punkte: unbeantwortete Fragen und zugesagte Antworten.
  • Vereinbarungen: Maßnahmen mit Verantwortlichem und Termin.
  • Auswertung: das Ergebnis des Feedbacks und die eigenen Notizen.

Für die digitale Ablage gilt: ein fester Ordner, ein einheitlicher Dateiname mit Datum und Stand sowie geregelte Zugriffsrechte. Wer gefehlt hat, bekommt das Handout nachgereicht.

Ergebnisse für künftige Präsentationen nutzen

  1. Zusagen einlösen: Offene Fragen beantwortest du zeitnah, zum Beispiel per Aushang.
  2. Vorsätze festhalten: Du notierst, was du beibehältst und was du änderst. Zwei bis drei Punkte genügen.
  3. Unterlagen überarbeiten: Du verbesserst Folien und Handout, solange die Eindrücke frisch sind.
  4. Checkliste ergänzen: Was bei der Vorbereitung gefehlt hat, kommt auf die Liste für das nächste Mal.
  5. Wirkung später prüfen: Nach einigen Wochen siehst du nach, ob das Ziel dauerhaft erreicht ist.

Damit schließt sich der Kreis: Die Erkenntnisse fließen in die nächste Vorbereitung ein.

Typische Fehler

  • Die Nachbereitung entfällt, weil scheinbar alles gut gelaufen ist.
  • Das Ziel war nicht überprüfbar, also lässt sich nichts kontrollieren.
  • Feedback wird eingeholt, aber nicht ausgewertet.
  • Auf Kritik folgt eine Rechtfertigung statt einer Nachfrage.
  • Bewertet wird nur das Auftreten, nicht der Inhalt.
  • Offene Fragen werden zugesagt und dann vergessen.

Praxisbeispiel

Ein Industriemeister in einer Spritzgießerei hat den zwölf Einrichtern einen neuen Ablauf für den Werkzeugwechsel vorgestellt. Sein Ziel: Ab der folgenden Woche wird bei jedem Werkzeugwechsel die neue Checkliste ausgefüllt.

Feedback: Am Ende bewerten die Einrichter mit Klebepunkten zwei Aussagen am Flipchart. „Den Ablauf kann ich an meiner Maschine anwenden“ erhält zehn von zwölf Punkten im oberen Bereich. „Dem Vortrag konnte ich gut folgen“ erhält nur sieben. Auf Nachfrage heißt es, die Schrift auf den Folien sei zu klein gewesen.

Selbstreflexion: Am Nachmittag notiert er: Geplant waren 20 Minuten, gebraucht hat er 26. Der Hauptteil hatte zu viele Folien. Eine Frage zum Vorwärmen der Werkzeuge konnte er nicht beantworten.

Dokumentation: Folien, Checkliste, Teilnehmerliste und ein Foto des Flipcharts legt er im Abteilungsordner ab. Die offene Frage klärt er mit der Verfahrenstechnik und hängt die Antwort am nächsten Tag aus.

Nutzen: Für das nächste Mal hält er fest: größere Schrift, höchstens sechs Folien, den Ablauf an der Maschine vorführen. Nach zwei Wochen prüft er die Zielerreichung. Bei neun von zehn Werkzeugwechseln liegt eine ausgefüllte Checkliste vor.

Typische Prüfungsfragen

In den IHK-Prüfungen können beispielsweise folgende Anforderungen auftreten:

  • Beschreiben Sie vier Kriterien, nach denen sich eine Präsentation vor Mitarbeitern bewerten lässt.
  • Erläutern Sie drei Merkmale, an denen Sie ein sicheres Auftreten des Vortragenden erkennen.
  • Formulieren Sie drei Fragen für einen Feedbackbogen, den die Teilnehmer nach einer Unterweisung ausfüllen.
  • Erläutern Sie den Unterschied zwischen sachbezogener und kommunikationsbezogener Zielkontrolle an je einem Beispiel.
  • Nennen Sie vier Unterlagen, die nach einer Präsentation abgelegt werden.
  • Beschreiben Sie, wie Sie die Ergebnisse der Nachbereitung für Ihre nächste Präsentation nutzen.
  • Begründen Sie, warum die Selbstreflexion das Feedback der Teilnehmer nicht ersetzt.

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Präsentation nachbereiten und bewerten gehört zum Themenbereich Präsentationstechniken.

Präsentationstechniken

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Rechtsgrundlage

Die sechs Qualifikationsinhalte des Prüfungsbereichs stehen in der Prüfungsverordnung, für Geprüfte Meister für Kraftverkehr zum Beispiel in § 4 Absatz 4.

Prüfungsverordnung Geprüfter Meister für Kraftverkehr, § 4 (Gesetze im Internet)

Fazit

Die Nachbereitung besteht aus Zielkontrolle, Dokumentation und dem Nutzen der Ergebnisse. Die Zielkontrolle stützt sich auf Feedback und Selbstreflexion und fragt in zwei Richtungen: sach- und inhaltsbezogen sowie kommunikationsbezogen.

Für die Prüfung solltest du fünf Kriterien zur Bewertung einer Präsentation beschreiben, Fragen für ein Feedback formulieren und erklären können, was dokumentiert wird und wie die Ergebnisse in die nächste Präsentation einfließen.