Eine Präsentation durchführen heißt, die Vorbereitung vor den Zuhörern umzusetzen: mit einer klaren Eröffnung, einem geordneten Hauptteil und einem Abschluss, der im Gedächtnis bleibt. Das Thema gehört zum Themenbereich Präsentationstechniken im Prüfungsbereich Methoden der Information, Kommunikation und Planung.
Als Industriemeister stehst du dabei selbst im Mittelpunkt. Die Zuhörer achten nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf dein Auftreten, deine Körpersprache und deinen Umgang mit Medien, Zeit und Fragen.
📘 Auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Prüfungsteil | Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen |
| Prüfungsbereich | Methoden der Information, Kommunikation und Planung (MIKP) |
| Themenbereich | Präsentationstechniken |
| Thema | Durchführung einer Präsentation (Rahmenplan 3.3.3) |
| Prüfungsrelevanz | ⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr hoch |
| Datengrundlage | DIHK-Rahmenplan und Auswertung von 35 Originalprüfungen der IHK |
| Art der Prüfung | Beschreiben, an Beispielen erläutern, Fehler nennen und begründen |
| Lernziel laut Rahmenplan | Eröffnung, Hauptteil und Abschluss einer Präsentation umsetzen |
| Empfohlene Lernpriorität | Sehr hoch |
| Vertiefung | Lernmodul in der KVM-Akademie (nach Veröffentlichung verfügbar) |
Warum ist die Durchführung wichtig?
Die beste Vorbereitung nützt wenig, wenn der Vortrag die Zuhörer nicht erreicht. Erst beim Durchführen entscheidet sich,
- ob die Zuhörer von Anfang an wissen, worum es geht,
- ob sie dem roten Faden folgen können,
- ob sie dir als Person vertrauen,
- ob die Zeit reicht,
- ob am Ende klar ist, was jetzt geschehen soll.
Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans
Basisqualifikation
└── Methoden der Information, Kommunikation und Planung
└── 3.3 Präsentationstechniken
└── 3.3.3 Durchführung einer Präsentation
├── Eröffnung
├── Hauptteil
└── Abschluss
Der Rahmenplan verlangt, die drei Teile umzusetzen. Als Hinweise nennt er für die Eröffnung den zeitlichen Rahmen, die Agenda und das Wecken von Interesse, für den Hauptteil Spannungsbogen und Zeitmanagement, für den Abschluss Zusammenfassung, Fragen und Appell.
Prüfungsrelevanz
⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr hohe Prüfungsrelevanz
Das Durchführen und Bewerten von Präsentationen kam in 7 der 13 Prüfungen seit 2020 vor, insgesamt in 18 von 35 ausgewerteten Prüfungen. Die Aufgabe bringt meist 10 Punkte.
In den ausgewerteten Prüfungen wurde zum Beispiel verlangt,
- an Beispielen zu beschreiben, wie die Körpersprache den Vortrag unterstützt,
- unpassende Verhaltensweisen von Vortragenden zu nennen und ihre Wirkung zu begründen,
- Fehler zu beschreiben, die bei einer Online-Präsentation vermieden werden sollen,
- Kriterien zu erläutern, nach denen das Auftreten beim Präsentieren beurteilt wird.
Was lernst du auf dieser Seite?
Nach dem Lesen dieser Seite kannst du:
- die Aufgaben von Eröffnung, Hauptteil und Abschluss beschreiben,
- Auftreten, Sprache und Körpersprache gezielt einsetzen,
- Medien während der Präsentation richtig handhaben,
- die Zeit einhalten,
- mit Fragen der Zuhörer umgehen,
- die Besonderheiten einer Online-Präsentation beschreiben.
Präsentation durchführen in drei Teilen
Jede Präsentation hat drei Teile. Jeder Teil hat eine eigene Aufgabe.
| Teil | Aufgabe | Inhalt |
|---|---|---|
| Eröffnung | Kontakt herstellen und Orientierung geben | Begrüßung, Thema und Ziel, Ablauf und Zeitrahmen, Einstieg, der Interesse weckt |
| Hauptteil | Inhalte vermitteln | Kernaussagen in logischer Reihenfolge, Beispiele, Visualisierung |
| Abschluss | Ergebnis sichern | Zusammenfassung, Fragen, Appell |
Eröffnung
Die ersten Minuten prägen den Eindruck. Eine gute Eröffnung enthält fünf Punkte:
- Begrüßen: die Zuhörer ansprechen und, wo nötig, dich selbst vorstellen.
- Thema und Ziel nennen: Worum geht es, und was sollen die Zuhörer am Ende wissen oder entscheiden?
- Ablauf bekannt geben: die Agenda in wenigen Stichworten zeigen.
- Zeitrahmen und Regeln nennen: Wie lange dauert es, wann sind Fragen erwünscht, wann gibt es eine Pause?
- Interesse wecken: mit einem Fall aus dem eigenen Betrieb, einer Zahl, einer Frage oder einem Gegenstand zum Anfassen.
Hauptteil
Im Hauptteil vermittelst du die Inhalte. Beschränke dich auf wenige Kernaussagen und ordne sie so, dass eine auf der anderen aufbaut, zum Beispiel vom Problem über die Ursache zur Lösung.
Der Rahmenplan nennt den Spannungsbogen. Gemeint ist ein Aufbau, der die Aufmerksamkeit bis zum Schluss hält: Du beginnst mit dem, was die Zuhörer betrifft, und steigerst dich zum wichtigsten Punkt. Überleitungen zeigen, wo ihr gerade seid.
Abschluss
Der Abschluss bleibt am längsten haften. Er besteht aus drei Schritten:
- Zusammenfassung: die Kernaussagen in zwei bis drei Sätzen wiederholen, ohne neue Inhalte.
- Fragen: offene Punkte klären.
- Appell: sagen, was jetzt geschehen soll, zum Beispiel eine Regel ab morgen anwenden oder eine Entscheidung treffen.
Danach folgen Dank und Verabschiedung.

Auftreten und Erscheinungsbild
Zum sicheren Auftreten gehören:
- pünktlich und vorbereitet erscheinen,
- Kleidung, die zu Anlass und Zuhörern passt,
- ein ruhiger, fester Stand vor der Gruppe,
- frei sprechen und nur gelegentlich auf die Stichwortkarten schauen,
- freundlich und sachlich bleiben, auch bei Einwänden.
Sprache und Stimme
- Verständlich: kurze Sätze, bekannte Wörter, Fachbegriffe erklären.
- Deutlich: laut genug für die letzte Reihe, sauber ausgesprochen.
- Lebendig: Tempo und Lautstärke wechseln, Wichtiges betonen.
- Mit Pausen: nach einer Kernaussage kurz schweigen, damit sie wirken kann.
- Zu den Zuhörern: ansprechen statt ablesen.
Körpersprache gezielt einsetzen
Körpersprache soll das Gesagte unterstützen. Passt sie nicht zu den Worten, glauben die Zuhörer eher dem, was sie sehen.
| Element der Körpersprache | So unterstützt es | Das solltest du vermeiden |
|---|---|---|
| Blickkontakt | Du schaust die Zuhörer abwechselnd an. Sie fühlen sich angesprochen, und du erkennst Fragen und Unruhe. | zur Leinwand, auf den Boden oder nur zu einer Person schauen |
| Haltung | Du stehst aufrecht und der Gruppe zugewandt. Das wirkt offen und sicher. | Arme verschränken, Hände in den Taschen, Rücken zur Gruppe |
| Gestik | Die Hände begleiten das Gesagte, zum Beispiel beim Aufzählen oder beim Zeigen einer Größe. | fahrige Bewegungen, mit Stift oder Fernbedienung spielen |
| Mimik | Ein freundlicher, zum Inhalt passender Gesichtsausdruck schafft Kontakt. | starres Gesicht, Lächeln bei ernsten Themen |
| Bewegung im Raum | Du gehst bei einem neuen Abschnitt bewusst an eine andere Stelle. Das macht die Zuhörer wieder wach. | ständiges Auf- und Abgehen, das Unruhe verbreitet |
Unpassendes Verhalten lenkt vom Inhalt ab. Die Zuhörer deuten es als Unsicherheit oder Desinteresse. So begründest du es auch in der Prüfung.
Umgang mit Medien
- Sprich zu den Zuhörern und nicht zur Leinwand. Erst zeigen, dann zur Gruppe drehen, dann sprechen.
- Lies Folien nicht vor. Die Folie zeigt das Stichwort oder das Bild, du lieferst die Erklärung.
- Zeige nur, worüber du gerade sprichst. Blende Punkte nacheinander ein.
- Verteile das Handout am Ende, wenn die Zuhörer nicht darin mitschreiben sollen.
Welches Medium zu welcher Situation passt, steht auf der Seite Präsentation planen und vorbereiten.
Zeitmanagement
Im Betrieb wartet nach der Präsentation die Arbeit. Die vereinbarte Zeit gilt deshalb verbindlich.
- Lege für jeden Abschnitt eine Zeit fest und notiere sie auf den Stichwortkarten.
- Beginne pünktlich, auch wenn noch jemand fehlt.
- Markiere vorher, was du bei Zeitnot weglassen kannst.
- Plane einen Puffer für Fragen und Verzögerungen ein.
- Kürze im Hauptteil und nicht am Abschluss.
Ein Beispiel für 20 Minuten: 3 Minuten Eröffnung, 12 Minuten Hauptteil, 5 Minuten Abschluss. Im Abschluss sind 3 Minuten für Fragen vorgesehen.
Umgang mit Fragen
Sag in der Eröffnung, wann Fragen erwünscht sind. Verständnisfragen lässt du sofort zu. Längere Diskussionen verschiebst du an das Ende.
- Lass den Fragenden ausreden und wiederhole die Frage kurz, damit alle sie gehört haben.
- Antworte knapp und an die ganze Gruppe.
- Weißt du die Antwort nicht, sag das offen und reiche sie nach.
- Führt eine Frage vom Thema weg, notiere sie sichtbar und kläre sie später.
Online-Präsentation
Bei einer Online-Präsentation sitzen die Zuhörer vor Bildschirmen an verschiedenen Orten. Aufbau und Ziel bleiben gleich. Drei Dinge ändern sich: Du siehst die Reaktionen der Zuhörer kaum, alles hängt an der Technik, und die Ablenkung am eigenen Arbeitsplatz ist groß.
Das ist bei einer Online-Präsentation zusätzlich nötig
- Kamera, Mikrofon, Verbindung und Bildschirmfreigabe vorher testen.
- Für einen ruhigen Raum, gutes Licht und einen neutralen Hintergrund sorgen.
- Zu Beginn Regeln nennen: Mikrofone stumm, Wortmeldung per Handzeichen, Fragen im Chat.
- In die Kamera schauen. Das ersetzt den Blickkontakt.
- Die Zuhörer häufiger einbeziehen, zum Beispiel mit einer kurzen Abfrage.
Typische Fehler bei einer Online-Präsentation
| Bereich | Fehler | Folge |
|---|---|---|
| Technik | Ton und Freigabe sind nicht geprüft, das Mikrofon ist im falschen Moment an oder aus. | Die Zuhörer hören Nebengeräusche oder gar nichts. |
| Bildschirm | Der ganze Bildschirm ist freigegeben, der Mauszeiger wandert ziellos umher. | Fremde Fenster werden sichtbar, die Zuhörer verlieren die Stelle. |
| Vortrag | Die Folien werden abgelesen, der Blick geht nie in die Kamera. | Der Kontakt zu den Zuhörern reißt ab. |
| Beteiligung | Es fehlen Absprachen zu Wortmeldungen und Chat. | Alle reden durcheinander, oder niemand meldet sich. |
| Inhalt | Übernommene Bilder und Texte stehen ohne Quelle auf den Folien. | Das wirkt unsauber und kann Rechte anderer verletzen. |
| Zeit | Der vereinbarte Zeitrahmen wird überzogen. | Die Zuhörer schalten ab oder müssen zum nächsten Termin. |
Typische Fehler
Wer eine Präsentation durchführen muss, sollte diese Fehler kennen:
- Die Eröffnung fehlt, und der Vortragende beginnt sofort mit Einzelheiten.
- Die Folien sind überladen und werden abgelesen.
- Der Vortragende spricht zur Leinwand.
- Es werden zu viele Inhalte in zu wenig Zeit gepackt.
- Der Abschluss fällt der Zeitnot zum Opfer, und der Appell fehlt.
Praxisbeispiel
Ein Industriemeister der Instandhaltung stellt den 14 Schichtführern und Einrichtern der Fertigung einen neuen Ablauf für Störungsmeldungen vor. Er hat 20 Minuten.
Eröffnung (3 Minuten): Er begrüßt die Gruppe und beginnt mit einem Fall der Vorwoche: Eine Störung wurde nur mündlich weitergegeben, und die Anlage stand eine halbe Schicht. Dann nennt er das Ziel und zeigt die drei Punkte der Agenda. Fragen sind jederzeit möglich, eine Diskussion folgt am Schluss.
Hauptteil (12 Minuten): Er zeigt den neuen Ablauf in drei Schritten: Störung am Terminal melden, Dringlichkeit auswählen, Rückmeldung der Instandhaltung abwarten. Den zweiten Schritt führt er am Terminal vor, weil hier die meisten Fehler zu erwarten sind. Nach jedem Schritt fasst er in einem Satz zusammen.
Abschluss (5 Minuten): Er wiederholt die drei Schritte und beantwortet drei Minuten lang Fragen. Eine Frage zur Nachtschicht kann er nicht beantworten. Er notiert sie am Flipchart und sagt die Antwort bis zum nächsten Tag zu. Sein Appell: „Ab Montag gilt: Jede Störung wird am Terminal gemeldet, auch die kleine.“
Er schließt nach 20 Minuten.
Typische Prüfungsfragen
In den IHK-Prüfungen können beispielsweise folgende Anforderungen auftreten:
- Beschreiben Sie vier Punkte, die in die Eröffnung einer Präsentation gehören.
- Erläutern Sie die Aufgaben von Eröffnung, Hauptteil und Abschluss.
- Erläutern Sie an drei Elementen der Körpersprache, wie diese einen Vortrag unterstützen.
- Nennen Sie drei Verhaltensweisen, die beim Präsentieren stören, und begründen Sie jeweils die Wirkung auf die Zuhörer.
- Beschreiben Sie vier Maßnahmen, mit denen Sie die vorgegebene Zeit einhalten.
- Beschreiben Sie vier typische Fehler bei einer Online-Präsentation und ihre Folgen.
- Erläutern Sie, wie Sie während einer Präsentation mit Fragen der Teilnehmer umgehen.
Verwandte Themen
Das Thema Präsentation durchführen gehört zum Themenbereich Präsentationstechniken.
Weitere Themen dieses Themenbereichs
- Ziele von Präsentationen
- Präsentation planen und vorbereiten
- Störungen und Aufmerksamkeit
- Präsentation nachbereiten und bewerten
Passt auch dazu
Rechtsgrundlage
Die sechs Qualifikationsinhalte des Prüfungsbereichs stehen in der Prüfungsverordnung, für Geprüfte Meister für Kraftverkehr zum Beispiel in § 4 Absatz 4.
Prüfungsverordnung Geprüfter Meister für Kraftverkehr, § 4 (Gesetze im Internet)
Fazit
Wer eine Präsentation durchführen will, braucht drei Teile: Eröffnung, Hauptteil und Abschluss. Die Eröffnung gibt Orientierung und weckt Interesse, der Hauptteil vermittelt wenige Kernaussagen, der Abschluss fasst zusammen, klärt Fragen und endet mit einem Appell.
Für die Prüfung solltest du zu jedem Teil die Inhalte beschreiben, den Einsatz der Körpersprache an Beispielen erklären und typische Fehler bei einer Online-Präsentation mit ihren Folgen nennen können.
