Leasing

Beim Leasing nutzt ein Unternehmen beispielsweise Fahrzeuge, Maschinen oder andere Wirtschaftsgüter, ohne diese unmittelbar zu kaufen. Statt des Kaufpreises werden in der Regel vertraglich vereinbarte Leasingraten gezahlt.

Für die IHK gehört Leasing ausdrücklich zu den Grundlagen des Rechnungswesens. Im Mittelpunkt stehen dabei die Grundlagen des Leasings sowie die Einordnung von Leasing als Alternative zum Kauf.


📘 Auf einen Blick

MerkmalInformation
PrüfungsteilFachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen
PrüfungsbereichBetriebswirtschaftliches Handeln (BWH)
ThemengebietKostenrechnung und Kalkulationsverfahren
Übergeordnetes ThemaBetriebliches Rechnungswesen
ThemaLeasing
IHK-AnforderungGrundlagen kennen und Leasing als Alternative zum Kauf einordnen
Prüfungsrelevanz⭐⭐ eher gering
Typische AnforderungenLeasing erklären, Vor- und Nachteile nennen, Leasing und Kauf vergleichen
Empfohlene LernprioritätGrundlagen sicher beherrschen
Vertiefung➡️ Lernbereich in der KVM-Akademie

🏭 Warum ist Leasing wichtig?

Unternehmen benötigen regelmäßig Fahrzeuge, Maschinen, technische Anlagen oder andere Betriebsmittel. Dabei stellt sich die Frage, ob ein benötigtes Wirtschaftsgut gekauft oder über einen Leasingvertrag genutzt werden soll.

Gerade bei größeren Investitionen kann Leasing eine Alternative zum unmittelbaren Kauf darstellen.

Für Unternehmen können dabei verschiedene Aspekte eine Rolle spielen, beispielsweise:

  • Kapitalbindung,
  • Liquidität,
  • Vertragslaufzeit,
  • laufende Belastungen,
  • Nutzung des Wirtschaftsgutes,
  • wirtschaftliche Flexibilität.

Damit ist Leasing nicht nur eine Finanzierungsfrage. Es kann auch Auswirkungen auf Kosten, Planung und betriebliche Entscheidungen haben.


📘 Einordnung innerhalb des Rahmenlehrplans

Leasing gehört im Rahmenlehrplan zu den Grundlagen des Rechnungswesens innerhalb des Prüfungsbereichs Kostenrechnung und Kalkulationsverfahren.

Basisqualifikation
└── Betriebswirtschaftliches Handeln
└── Kostenrechnung und Kalkulationsverfahren
└── Grundlagen des Rechnungswesens
└── Leasing

Der Rahmenlehrplan nennt in diesem Zusammenhang insbesondere:

  • Grundlagen des Leasings,
  • Leasing als Alternative zum Kauf.

Damit steht für die IHK vor allem im Vordergrund, Leasing grundsätzlich einordnen und gegenüber einem Kauf beurteilen zu können.


🔎 Prüfungsrelevanz

⭐⭐ Eher geringe Prüfungsrelevanz

Leasing ist ausdrücklich Bestandteil des IHK-Rahmenlehrplans und gehört damit zum prüfungsrelevanten Stoff. Der Rahmenlehrplan stellt dabei insbesondere den Zusammenhang „Leasing als Alternative zum Kauf“ heraus.

Für die Prüfung sind insbesondere relevant:

  • Grundprinzip des Leasings,
  • Beteiligte eines Leasingvertrages,
  • Leasingraten und Vertragslaufzeit,
  • wesentliche Vor- und Nachteile,
  • Auswirkungen auf Liquidität und Kapitalbindung,
  • Leasing als Alternative zum Kauf,
  • wirtschaftliche Kriterien bei der Entscheidung zwischen Leasing und Kauf.

Im Vergleich zu den großen rechnerischen Schwerpunkten der Kostenrechnung und Kalkulation ist Leasing nach der bisherigen Auswertung kein dominierendes Prüfungsthema. Die Grundlagen sollten dennoch sicher beherrscht werden, da Leasing in eine betriebliche Entscheidungssituation eingebunden werden kann.

Für das einzelne Thema Leasing gibt die IHK keine feste Punktzahl vor. Der Richtwert von etwa 40 Punkten bezieht sich auf den gesamten Bereich Kostenrechnung und Kalkulationsverfahren.

➡️ Zur Prüfungsanalyse Betriebswirtschaftliches Handeln


🎯 Darauf kommt es bei der IHK an

Für die IHK solltest du zunächst das Grundprinzip des Leasings kennen.

Beim Leasing wird einem Unternehmen ein Wirtschaftsgut für einen vereinbarten Zeitraum zur Nutzung überlassen. Dafür zahlt der Leasingnehmer die vertraglich vereinbarten Leasingraten.

Entscheidend ist darüber hinaus die wirtschaftliche Betrachtung:
Kauf → Anschaffung und Kapitalbedarf
Leasing → Nutzung gegen laufende Leasingraten

Welche Variante günstiger oder geeigneter ist, hängt von der jeweiligen betrieblichen Situation und den Bedingungen des Vertrages ab.

Du solltest deshalb nicht pauschal davon ausgehen, dass Leasing grundsätzlich besser oder schlechter als ein Kauf ist.


📝 Typische Aufgabenstellungen

Im Zusammenhang mit Leasing können Aufgaben beispielsweise verlangen:

  • das Grundprinzip des Leasings zu beschreiben,
  • Leasinggeber und Leasingnehmer zu unterscheiden,
  • Vorteile des Leasings zu nennen oder zu erläutern,
  • Nachteile beziehungsweise Risiken des Leasings darzustellen,
  • Leasing und Kauf miteinander zu vergleichen,
  • Auswirkungen auf die Liquidität zu erläutern,
  • eine Leasingentscheidung anhand vorgegebener Kriterien zu beurteilen.

Besonders bei Operatoren wie beurteilen oder begründen reicht eine reine Aufzählung von Vor- und Nachteilen nicht aus. Die Argumente müssen auf die jeweilige betriebliche Situation bezogen werden.


🧩 Welche Inhalte gehören dazu?

Grundprinzip des Leasings

Beim Leasing wird ein Wirtschaftsgut für eine vereinbarte Zeit zur Nutzung überlassen.

Typischerweise wird dabei zwischen zwei Beteiligten unterschieden:
Leasinggeber → stellt das Wirtschaftsgut zur Verfügung
Leasingnehmer → nutzt das Wirtschaftsgut und zahlt Leasingraten

Die konkreten Rechte und Pflichten ergeben sich aus dem jeweiligen Leasingvertrag.


Leasing als Alternative zum Kauf

Für die IHK ist insbesondere die Frage relevant, warum ein Unternehmen Leasing anstelle eines Kaufs in Betracht ziehen könnte.

Dabei können beispielsweise Liquidität, Kapitalbindung, Vertragsbedingungen und Flexibilität eine Rolle spielen.


Vor- und Nachteile

Leasing kann je nach betrieblicher Situation unterschiedliche Vor- und Nachteile besitzen.

Entscheidend ist deshalb nicht, eine Variante grundsätzlich zu bevorzugen, sondern die wirtschaftlichen Auswirkungen der jeweiligen Alternative zu betrachten.


⚠️ Prüfungsrelevante Abgrenzungen

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Leasing und Kauf.

LeasingKauf
Nutzung auf Grundlage eines LeasingvertragesErwerb des Wirtschaftsgutes
laufende LeasingratenKaufpreis beziehungsweise Finanzierung
geringere unmittelbare Kapitalbindung möglichhäufig höherer anfänglicher Kapitalbedarf
vertragliche BindungWirtschaftsgut wird erworben
Rückgabe oder weitere Regelung abhängig vom VertragVerfügung über das erworbene Wirtschaftsgut

Eine häufige Fehlerquelle besteht darin, Leasing ausschließlich anhand der Höhe der monatlichen Rate zu beurteilen.

Für eine wirtschaftliche Entscheidung müssen die gesamten relevanten Bedingungen und Auswirkungen betrachtet werden.


🔗 Zusammenhänge mit anderen Themen

Leasing steht insbesondere mit Investitions- und Finanzierungsentscheidungen in Verbindung.

Bedarf an einem Wirtschaftsgut → Alternativen prüfen → Kauf oder Leasing → wirtschaftliche Auswirkungen beurteilen

Auch Verbindungen zu weiteren BWH-Themen sind möglich. Beim Kauf eines Wirtschaftsgutes können beispielsweise Abschreibungen relevant werden. Bei der Entscheidung zwischen verschiedenen Investitionsalternativen können wiederum Wirtschaftlichkeitsberechnungen eine Rolle spielen.


🧭 Verwandte Themen

Übergeordnetes Thema:
➡️ Betriebliches Rechnungswesen

Weitere Themen auf derselben Ebene:
➡️ Inventur und Inventar
➡️ Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung
➡️ Abschreibung


🎓 Thema vertiefen

kraftverkehrsmeister.net → wissen, was von der IHK verlangt wird
KVM-Akademie → verstehen, anwenden und trainieren

In der KVM-Akademie werden Leasing und Kauf anhand betrieblicher Situationen miteinander verglichen und entsprechende IHK-Aufgaben systematisch trainiert.

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📌 Fazit

Leasing gehört nach dem IHK-Rahmenlehrplan zu den Grundlagen des betrieblichen Rechnungswesens. Besonders wichtig ist dabei die Einordnung von Leasing als Alternative zum Kauf.

Für die Prüfung solltest du das Grundprinzip des Leasings kennen, wesentliche Vor- und Nachteile einordnen und eine Entscheidung zwischen Leasing und Kauf anhand betrieblicher Kriterien beurteilen können.