Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen (Handlungsfeld 1 AEVO)
Einleitung
Das erste Handlungsfeld der Ausbildereignungsprüfung (AEVO) bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Berufsausbildung. Bevor Auszubildende eingestellt werden, müssen Betriebe prüfen, ob alle gesetzlichen und organisatorischen Voraussetzungen erfüllt sind. Gleichzeitig lernen angehende Ausbilder, wie eine Ausbildung sinnvoll geplant und vorbereitet wird.
Im Rahmen der schriftlichen AEVO-Prüfung gehört dieses Handlungsfeld regelmäßig zu den prüfungsrelevanten Themen. Wer die Zusammenhänge versteht, legt den Grundstein für das Bestehen der gesamten Prüfung. Der offizielle DIHK-Rahmenplan ordnet diesem Handlungsfeld unter anderem die Themen Ausbildungsplanung, rechtliche Grundlagen, Ausbildungsbetrieb und Aufgaben des Ausbilders zu.
Welche Inhalte gehören zum Handlungsfeld 1?
Im ersten Handlungsfeld beschäftigen sich angehende Ausbilder mit den grundlegenden Voraussetzungen einer erfolgreichen Ausbildung.
Dazu gehören insbesondere:
- Nutzen der betrieblichen Ausbildung
- Ausbildungsbedarf im Unternehmen
- Berufsbildungssystem
- Ausbildungsordnungen
- Auswahl geeigneter Ausbildungsberufe
- Eignung des Ausbildungsbetriebes
- persönliche und fachliche Eignung des Ausbilders
- Beteiligte an der Ausbildung
- berufsvorbereitende Maßnahmen
Warum bildet ein Unternehmen aus?
Eine Berufsausbildung kostet zunächst Zeit und Geld. Langfristig profitieren Unternehmen jedoch erheblich.
Vorteile einer eigenen Ausbildung:
✅ Fachkräfte selbst ausbilden
✅ Nachwuchs langfristig sichern
✅ Fachwissen im Unternehmen erhalten
✅ Mitarbeiter früh an den Betrieb binden
✅ Wettbewerbsfähigkeit steigern
Diese Zusammenhänge gehören regelmäßig zu den Prüfungsfragen der AEVO.
Welche gesetzlichen Grundlagen musst du kennen?
Für die AEVO-Prüfung solltest du die wichtigsten Gesetze kennen.
Dazu zählen unter anderem:
- Berufsbildungsgesetz (BBiG)
- Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)
- Arbeitszeitgesetz
- Bundesurlaubsgesetz
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Du musst diese Gesetze nicht vollständig auswendig lernen. Wichtig ist zu wissen, wann sie angewendet werden und welche Bedeutung sie für die Ausbildung haben. Der Rahmenplan nennt diese Regelwerke ausdrücklich als Bestandteil der Ausbildungsplanung.
Das duale Ausbildungssystem verstehen
Deutschland verfügt über das sogenannte duale Ausbildungssystem.
Die Ausbildung findet an zwei Lernorten statt:
- Ausbildungsbetrieb
- Berufsschule
Beide Lernorte arbeiten eng zusammen und vermitteln unterschiedliche Inhalte. Dieses Zusammenspiel ist ein zentrales Prüfungsthema im ersten Handlungsfeld.
Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan
Jeder anerkannte Ausbildungsberuf besitzt eine Ausbildungsordnung.
Sie enthält unter anderem:
- Ausbildungsdauer
- Berufsbild
- Prüfungsanforderungen
- Ausbildungsrahmenplan
Für Ausbilder ist die Ausbildungsordnung die wichtigste Grundlage zur Planung der gesamten Ausbildung.
Wann ist ein Betrieb ausbildungsgeeignet?
Nicht jeder Betrieb darf automatisch ausbilden.
Es müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein:
- geeignete Arbeitsplätze
- geeignete Ausbildungsinhalte
- qualifizierte Ausbilder
- ausreichende Ausstattung
- geeignete Organisation
Sind einzelne Inhalte im Betrieb nicht vermittelbar, können diese beispielsweise durch Verbundausbildung oder überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen ergänzt werden.
Wer darf Ausbilder werden?
Ein Ausbilder benötigt
- persönliche Eignung
- fachliche Eignung
- berufs- und arbeitspädagogische Eignung (AEVO)
Diese Voraussetzungen werden ebenfalls im ersten Handlungsfeld behandelt.
Wer wirkt an der Ausbildung mit?
Eine Ausbildung ist Teamarbeit.
Neben dem Ausbilder wirken häufig mit:
- ausbildende Fachkräfte
- Personalabteilung
- Berufsschule
- Industrie- und Handelskammer
- Betriebsrat oder Personalrat
- Jugend- und Auszubildendenvertretung
Auch deren Aufgaben solltest du für die Prüfung kennen.
Häufige Prüfungsfragen
Typische Fragen im Handlungsfeld 1 sind:
- Warum bildet ein Unternehmen aus?
- Welche Voraussetzungen muss ein Ausbildungsbetrieb erfüllen?
- Welche Aufgaben hat die IHK?
- Was regelt das Berufsbildungsgesetz?
- Wer darf Ausbilder werden?
- Was ist der Unterschied zwischen Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan?
Lerntipps für Handlungsfeld 1
Viele Teilnehmer versuchen, sämtliche Gesetze auswendig zu lernen. Sinnvoller ist es, die Zusammenhänge zu verstehen.
Mein Tipp:
- arbeite mit Mindmaps
- lerne anhand von Praxisbeispielen
- verbinde jedes Gesetz mit einem konkreten Fall
- bearbeite regelmäßig Prüfungsaufgaben
So bleibt das Wissen deutlich besser im Gedächtnis.
Fazit
Das erste AEVO-Handlungsfeld bildet die Grundlage der gesamten Ausbildereignungsprüfung. Wer die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Aufgaben eines Ausbilders und die Planung einer Ausbildung versteht, hat bereits einen großen Teil der schriftlichen Prüfung vorbereitet.
Auf kraftverkehrsmeister.net findest du nach und nach verständliche Erklärungen, Beispiele und Lernhilfen zu allen vier Handlungsfeldern der AEVO.
Weitere Themen zur AEVO
➡️ AEVO Vorbereitung (Hauptseite)
➡️ Handlungsfeld 2 – Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung mitwirken
➡️ Handlungsfeld 3 – Ausbildung durchführen
➡️ Handlungsfeld 4 – Ausbildung abschließen
➡️ Blog: Die 7 häufigsten Fehler in der AEVO-Prüfung
